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IHK-Ausbildungsumfrage Sachsen 2022

Pressemitteilungen

Der Fachkräftemangel ist seit Jahren eines der größten Geschäftsrisiken, mit dem sich Sachsens Unternehmen konfrontiert sehen. Nach den Ergebnissen der Konjunkturumfrage der sächsischen IHKs vom Frühjahr 2022 geben 60 % der Unternehmen an, ihre Stellen aufgrund fehlender Fachkräfte nicht besetzen zu können. An Facharbeiterinnen und Facharbeitern mit abgeschlossener Berufsausbildung herrscht besonders großer Bedarf: jedes zweite Unternehmen sucht hier oft erfolglos nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Die wichtigste Quelle der Personalgewinnung ist und bleibt für Unternehmen die eigene Berufsausbildung. Wie es darum bestellt ist, untersuchen die IHKs regelmäßig, so auch jüngst mittels einer Unternehmensbefragung im Mai und Juni 2022. Sachsenweit haben sich 479 Unternehmen aus allen IHK-zugehörigen Branchen beteiligt.

Leichter Zuwachs an Ausbildungsverträgen gegenüber 2021
Zum 31.07.2022 wurden bei den sächsischen IHKs 7.694 neue Ausbildungsverträge registriert. Das sind 356 Verträge oder 4,9 % mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, aber immer noch weniger als in den Vor-Corona-Jahren 2018 und 2019. Die meisten Neuverträge entfallen derzeit auf die Metallberufe (1.665), gefolgt von den Berufen im Groß- und Einzelhandel (1.500) und den Kaufmännischen Berufen (1.275).

Wer Auszubildende gewinnen will, muss Anreize schaffen
Das Ergebnis der Umfrage macht deutlich: die Besetzung von Ausbildungsplätzen bleibt weiterhin schwierig. So gingen 2021 bei 45 % der Unternehmen gar keine Bewerbungen auf angebotene Plätze ein. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (56 %) konnten Stellen aufgrund mangelnder Eignung der Bewerber und Bewerberinnen nicht besetzen. Dieser Anteil ist im Vergleich zu den Vorbefragungen rückläufig, aber immer noch auf hohem Niveau. 16 % der Unternehmen sahen sich im letzten Ausbildungsjahr zudem mit der Situation konfrontiert, dass Ausbildungsverträge zwar abgeschlossen, die Ausbildung von den jungen Leuten aber nicht angetreten wurde.
Vor dem Hintergrund der schwierigen Gewinnung neuer Auszubildender lag ein besonderes Augenmerk der Erhebung auf der Frage, welche Anstrengungen Betriebe unternehmen, um ihre Ausbildung attraktiver zu gestalten. Hier dominiert bei 62 % der Befragten die Verschlankung von Hierarchie-Ebenen, die Hälfte der Unternehmen hat verstärkt finanzielle und materielle Anreize gesetzt, 38 % haben in eine moderne IT-Ausstattung der Ausbildungsplätze investiert.

Eine klare Botschaft senden die befragten Unternehmen zudem an die Bundesregierung. Die laut Koalitionsvertrag geplante Einführung einer Ausbildungsgarantie lehnen 42 % komplett ab, im Vergleich zu 11 % Befürwortern. Die Kritik richtet sich in erster Linie gegen außerbetriebliche Qualifikationen, die zum Einsatz kommen sollen, um alle Ausbildungsinteressierten zu einem Berufsabschluss zu führen. Hier ist sich die Mehrzahl der Unternehmen einig, dass solche Qualifizierungsformen häufig nicht den Bedarf der Wirtschaft treffen, vor allem hinsichtlich der Ausbildungsrichtungen und der praktischen Anforderungen.

Grafik: Wesentliche Gründe für die Nichtbesetzung von Ausbildungsplätzen

Grafik: Wie haben Sie ihre Ausbildung verändert, um sich als Ausbildungsbetrieb attraktiver für Azubis zu machen?

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