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Konjunkturumfrage der sächsischen IHKs im Frühjahr 2021

Pressemitteilungen

Erneute Verschärfungen der Corona-Einschränkungen durch die Bundes-Notbremse und unklare Öffnungsperspektiven machen vielen Dienstleistern, Gastronomen und großen Teilen des Handels nach wie vor stark zu schaffen. Der Geschäftsbetrieb in rund jedem fünften sächsischen Unternehmen ist untersagt bzw. stark eingeschränkt. Dagegen ist der Aufschwung in der Industrie weiterhin intakt, wird allerdings durch Lieferengpässe und Preissteigerungen bei Vorprodukten gebremst.

Im Ergebnis steigt die Stimmungskurve der sächsischen Wirtschaft leicht und erreicht aktuell 98 Punkte, nach dem Rückschlag auf 94 Punkte in der Vorumfrage zum Jahresbeginn 2021. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der sächsischen Industrie- und Handelskammern, die im April 2021 durchgeführt wurde und an der sich 2.005 Unternehmen aus Industrie, Baugewerbe, Einzel- und Großhandel, Dienstleistungen, Verkehr sowie Gast- und Tourismusgewerbe mit insgesamt mehr als 88.000 Beschäftigten beteiligten. 

IHK-Geschäftsklimaindex

Dank der aktuell besseren Einschätzungen von Industrie, Bau und industrienahen Dienstleistern übertrifft der Geschäftsklimaindex auch das Tief aus der Frühjahrsumfrage 2020, in der Zeit des ersten Lockdowns, von damals 77 Punkten. Dennoch ist die Stimmung noch weit vom Vorkrisenniveau entfernt, was unter anderem auch auf die unterschiedliche Situation in den einzelnen Wirtschaftsbereichen zurückzuführen ist.

Angesicht der Fortschritte bei den Impfungen, der anziehenden Auslandsnachfrage und sich bis vor Inkrafttreten der Bundes-Notbremse abzeichnender Lockerungen stieg die Stimmung in der sächsischen Wirtschaft wieder leicht an. So beurteilen 37 Prozent der sächsischen Unternehmen ihre derzeitige Geschäftslage als gut, allerdings auch 27 Prozent als schlecht. Der Saldo klettert auf 10 Punkte, nach sieben Punkten in der Vorumfrage. Trotz der Verbesserung im Vergleich zum ersten Lockdown im Frühjahr 2020 (-4 Punkte) erreichen die Bewertungen bei Weitem nicht das Vorkrisenniveau. Viele kontaktintensive personennahe Branchen erzielen aufgrund von angeordneten Schließungen und Beschränkungen keine oder nur sehr geringe Umsätze. Insbesondere im Bereich Gastgewerbe, Freizeit- und Tourismuswirtschaft werden daher fast ausschließlich negative Bewertungen abgegeben.

Die Corona-Einschränkungen wirken sich unmittelbar auf die Finanzsituation aus. Bei der Hälfte der Unternehmen verschlechterten sich die Erträge, nur 15 Prozent erzielten eine Verbesserung. 3 von 10 Unternehmen schreiben Verluste (vor der Corona-Krise, zum Jahresbeginn 2020 10 %), nur 37 Prozent arbeiten mit Gewinn (Jahresbeginn 2020 59 %). Fast jeder Dritte musste Eigenkapitalrückgänge verkraften, 20 Prozent Liquiditätsengpässe, 8 Prozent Forderungsausfälle. 7 Prozent der Befragten berichten von erschwertem Zugang zu Fremdkapital, meist aufgrund fehlender Sicherheiten. Bei 5 Prozent droht eine Insolvenz.

Die Geschäftserwartungen zeigen in vielen Bereichen nach unten. Der Saldo aus positiven und negativen Geschäftsaussichten weist mit -12 Punkten weiterhin ein negatives Vorzeichen auf. Die Resignation nimmt zu.

Die sächsische Wirtschaft erwartet, dass die Corona-Einschränkungen im Zuge der stetigen Fortschritte beim Impfgeschehen schnellstmöglich zurückgefahren werden. Die aktuelle Corona-Schutz-Verordnung enthält für viele Bereiche allerdings nach wie vor keine klare Öffnungsperspektive. Viele Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe (z. B. Freizeitparks, Bäder, Saunen, Kinos, Bars, Spielotheken) bleiben weiterhin außen vor. Zudem bleibt unklar, wann die notwendigen Inzidenzen für die wirtschaftlich dringend erforderlichen Öffnungen von Handel, Gastronomie und Tourismus tatsächlich flächendeckend erreicht werden.

Investitionen, Beschäftigung, Risiken

Nach der starken, coronabedingten Korrektur der Investitionsplanungen im Vorjahr ziehen diese nur langsam wieder an. Lediglich 18 Prozent der Unternehmen planen, Investitionsausgaben zu erhöhen, 37 Prozent wollen das Niveau gleich halten. Fast jedes zweite Unternehmen (45 %) fährt nach wie vor seine Investitionen zurück, vor Krisenbeginn betrug deren Anteil 35 Prozent (Jahresbeginn 2020).

Die Personalnachfrage zeigt aktuell moderate Erholungstendenzen. So planen 15 Prozent der Betriebe für die kommenden Monate eine Aufstockung und 19 Prozent eine Reduzierung ihrer Mitarbeiterzahl. Die Mehrheit (66 %) rechnet mit gleichbleibender Personalstärke.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie bleiben Risikofaktor Nummer eins. Die Hälfte der Unternehmen benennt die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, gefolgt von der Inlandsnachfrage (49 %) und den Arbeitskosten (45 %) als größte Hemmnisse. Im Produzierenden Gewerbe und im Großhandel gewinnen darüber hinaus die Rohstoffpreise als Geschäftsrisiko stark an Bedeutung.

Die Branchen
Die Lageeinschätzungen verbesserten sich in der Industrie deutlich. Hier spiegelt sich die hohe Auslandsnachfrage, insbesondere durch den Aufschwung in China und den USA, wider. Der Lagesaldo klettert infolge steigender Kapazitätsauslastungen um 12 auf 29 Punkte. Allerdings machen sich zunehmend Lieferengpässe bei Vorleistungsgütern und steigende Rohstoffpreise bemerkbar. Die Geschäftserwartungen fallen daher mit einem Saldo von 3 Punkten weniger schwungvoll aus.

Trotz verhaltener Auftragseingänge, insbesondere aus dem öffentlichen Bereich, bleibt die Baukonjunktur weiterhin intakt. Zwar wurde die Branche insbesondere vom starken Wintereinbruch im Februar behindert. Der Saldo der Geschäftslage fällt aber nur leicht um 5 auf 45 Punkte und bildet nach wie vor mit Abstand den besten Wert aller befragten Wirtschaftsbereiche. Der Ausblick auf die nächsten Monate ist mit -28 Punkten jedoch weiterhin von Zurückhaltung geprägt. Hier machen sich neben der rückläufigen Auftragsorder die steigenden Materialpreise und Lieferengpässe bemerkbar.

Im Dienstleistungsgewerbe setzt sich die Aufwärtsbewegung moderat fort. Der Lagesaldo erhöht sich um 4 auf 31 Punkte. Dennoch bleiben die Unterschiede zwischen den Dienst-leistungssparten groß. Insbesondere die Veranstaltungs-, Freizeit- und Kreativwirtschaft sowie die persönlichen Dienstleistungen bleiben aufgrund der bestehenden Corona-Einschränkungen in ihrer Tätigkeit stark beeinträchtigt. Daher fallen auch die Geschäftserwartungen der Dienstleister insgesamt mit einem Saldo von -9 Punkten eher zurückhaltend aus.

Aufwärts ging es zwar auch im Handel, die erneuten Verschärfungen unterbinden jedoch den zaghaften Aufschwung. Der Lagesaldo im Einzelhandel beträgt 3 Punkte. Im Großhandel ist die Stimmung mit 22 Punkten besser. Der Ausblick gestaltet sich in beiden Bereichen mit -21 Punkten bzw. -9 Punkten aufgrund der erneuten Beschränkungen entsprechend pessimistisch.

Im Verkehrsgewerbe steigt der Lagesaldo ebenfalls leicht, liegt mit -4 Punkten aber immer noch im negativen Bereich. Reisebeschränkungen, Rückgänge bei den Fahrgastzahlen, steigende Kosten durch Hygienemaßnahmen sowie höhere Kraftstoffpreise belasten die Branche, was sich auch in einem negativen Erwartungssaldo von -13 Punkten niederschlägt.

Kontakt

Geschäftsführer Standortpolitik und Kommunikation / Pressesprecher

Lars Fiehler

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