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Quo vadis Existenzgründungen? IHK Dresden analysiert das Gründungsgeschehen im Coronajahr 2020

Pressemitteilungen

Angesichts der schwierigen Situation im "Coronajahr" 2020 blieb auch das Gründungsgeschehen im IHK-Bezirk Dresden nicht verschont. 4.000 Neugründungen entsprechen einem Rückgang von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Maßgeblich dafür war der geringe Anteil "echter" Gründungen Kleingewerbetreibender. Mit ca. 2.400 gingen sie binnen Jahresfrist um 16 Prozent zurück. Ihnen gegenüber stehen 1.129 Betriebsgründungen, was lediglich einem Minus von knapp 10 Prozent entspricht. Die Gründungsbereitschaft im sogenannten Nebenerwerb war bereits seit 2013 leicht rückläufig, 2020 lag sie jedoch knapp über Vorjahresniveau und damit von Corona unbeeinflusst. Ein deutlicher Zuwachs von 11 Prozent konnte hingegen bei nachfolgebedingten Existenzgründungen (Erbfolge/Kauf/Pacht) registriert werden. Da Unternehmensnachfolgen meist langfristig geplant werden, lag der Ausgangspunkt für die 2020 erfolgten Übergaben mehrheitlich vor Pandemiebeginn.

Existenzgruendungen
Trotz der herrschenden Kontaktbeschränkungen und anderer Restriktionen konnte der Gründerservice der IHK Dresden 2020 mehr als 1.000 Beratungen durchführen. Im Vorjahr lag diese Zahl noch um 14 Prozent höher, dennoch kann das erreichte Niveau als positiv bewertet werden. Ein Zuwachs konnte bei Stellungnahmen zu Gründungsvorhaben beobachtet werden. Diese werden von der IHK erstellt und bewerten fachkundig die Tragfähigkeit von Gründungskonzepten für den Fall, dass Fördermittel für die Umsetzung beantragt werden.

Manuela Gogsch ist als Geschäftsführerin Industrie und Außenwirtschaft unter anderem für die Bereiche Gründung und Nachfolge der IHK Dresden verantwortlich. Auf das aktuelle Gründunggeschehen blickt sie mit gemischten Gefühlen: "Gründungen sind für unsere Wirtschaft von ungebrochener Bedeutung. Existenzgründer mit neuen Geschäftsmodellen beleben den Wettbewerb und halten so den Effizienzdruck auf etablierte Unternehmen hoch. Wenn man auf die zurückliegenden Jahrzehnte blickt, ist es spannend zu beobachten, woher wir kommen und wo wir heute stehen. Etwas mehr von der Dynamik und Gründungslust früherer Jahre würde uns heute wieder gut zu Gesicht stehen. Jedoch wirken der demografische Wandel, die Arbeitsmarktsituation, die wirtschaftspolitische Unsicherheit und die zunehmende Bürokratie als echte Gründungsbremsen. Daher rechne ich nicht mit einem merklichen Zuwachs an Gründungen. Wie es weitergeht, wird maßgeblich von konkreten Unternehmensstrategien, aber auch von den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen abhängen. Diese gilt es heute gemeinsam zu entwickeln. So oder so stehen wir zu unserem Versprechen - Wer den Schritt in die Selbstständigkeit wagen möchte, der findet in der IHK Dresden einen starken und kompetenten Partner."

Aus den Ergebnissen der jüngsten Analyse leitet die IHK konkrete Forderungen ab. Dazu gehören beispielhaft:

  • Bereits in den Schulen sollten die Grundlagen unternehmerischen Handelns verbindlich in die Lehrpläne integriert werden, um somit das Interesse an der Selbstständigkeit in der nächsten Generation zu wecken.
  • Universitäten und Hochschulen sollten Wissen über das Thema Unternehmensgründung in alle Fachbereiche einfließen lassen.
  • Der Ausbau und die langfristige Fortführung finanzieller Hilfen für Gründer ist unerlässlich. Gerade in der Früh- und Startphase benötigen Unternehmensgründer Fremdkapital, da die vorhandenen Eigenmittel in der Regel nicht ausreichen. Um Finanzierungslücken guter Gründungsprojekte zu vermeiden und um deren Erfolgswahrscheinlichkeit zu erhöhen, sollte der Freistaat zum Beispiel die maximale Kredithöhe für sogenannte Mikrodarlehen von 20.000 auf 40.000 Euro unter der Maßgabe eines Eigenkapitalanteils von 20 Prozent erhöhen. Darüber hinaus sollten alle Branchen profitieren können, und die Laufzeit auf bis zu acht Jahre verlängert werden.
  • Um die Gründungsbereitschaft zu stärken, müssen bürokratische Hürden abgebaut werden.
Hintergrund:
Die IHK Dresden ist ein wichtiger Wegbegleiter, um Gründungsvorhaben zum Erfolg zu führen. Einer Vielzahl von ideenreichen und entschlussfreudigen Gründern konnte die Kammer in der Planungs- und Startphase bereits helfen. Der Gründerservice unterstützt Gründer, die ganz am Anfang ihrer Existenzgründung stehen, mit regelmäßig stattfindenden Gründerabenden und vielen weiteren, kostenfreien Angeboten. In der Regel schließen sich individuelle Beratungen zu den Vorhaben an.

Der Gründerservice der IHK Dresden ist jederzeit unter Tel. 0351 2802-444 oder per E-Mail unter: existenzgruendung@dresden.ihk.de zu erreichen. Eine Vielzahl von Informationen rund um das Thema Existenzgründung auch unter www.dresden.ihk.de/existenzgruendung.

Kontakt

Geschäftsführer Standortpolitik und Kommunikation / Pressesprecher

Lars Fiehler

Telefon: 0351 2802-220
docID: D110869