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IHK-Dresden: Grenzregime zu Tschechien überprüfen - Unternehmen bewerten Grenzschließung als unverhältnismäßig und geschäftsschädigend

Pressemitteilungen

Die derzeit geltenden Einreisebestimmungen an der tschechischen Grenze haben gravierende Auswirkungen auf die Unternehmen im IHK-Bezirk Dresden. Das belegen die Ergebnisse einer Umfrage der Dresdner Kammer zur Grenzpendlerthematik, an der sich vom 23.02. bis 28.02.2021 insgesamt 113 Unternehmen mit mehr als 12.000 Beschäftigen beteiligten. In Summe beschäftigen die befragten Betriebe knapp eintausend (989) tschechische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Laut den Ergebnissen der Umfrage lehnt die Mehrheit der Befragten die Grenzschließung für Pendler ab. Während 54 Prozent diese Maßnahme als unverhältnismäßig bewerten, erachten 11 Prozent sie für notwendig. Äußerst kritisch werden vor allem die kurzfristigen Änderungen der sächsischen Quarantäneverordnung sowie die fehlenden Reaktionsmöglichkeiten und mangelnde Planungssicherheit gesehen.

76 Prozent der Befragten sind direkt von der Grenzschließung betroffen. Davon sind bei 77 Prozent die betrieblichen Abläufe stark beeinträchtigt. Konkret sind dies der Ausfall tschechischer Mitarbeiter (72 %), Einschränkungen des Dienstleistungsangebots (44 %), Produktionsunterbrechungen (38 %), Lieferengpässe (35 %), Kosten für die Unterbringung tschechischer Mitarbeiter auf sächsischer Seite (31 %), Reduzierung des Schichtbetriebs (20 %), Vertragsstrafen (15 %), aber auch die Einstellung des Geschäftsbetriebs (5 %). Außerdem drohen der Verlust von Kunden, Umsatzeinbußen, hohe organisatorische Aufwände und Kurzarbeit - auch bei deutschen Mitarbeitern.

Ergebnisse Befragung Grenzpendler Tschechien

Nur ein knappes Drittel (31 %) der Unternehmen kann bezüglich seiner tschechischen Mitarbeiter eine Ausnahmegenehmigung (z. B. bescheinigte Systemrelevanz) nutzen. Um das Pendeln zu vermeiden, sind trotz der äußerst kurzen Frist zwischen Ankündigung und Grenzschließung bei den Befragten derzeit insgesamt 279 tschechische Grenzpendler (28 %) auf sächsischer Seite untergebracht. Einem höheren Anteil stehen vielfach familiäre Gründe und eine ungewisse zeitliche Dauer der Grenzschließungen entgegen.

Mit Blick auf die aktuelle Situation und ihre Folgen kündigt mehr als die Hälfte (53 %) der Unternehmen Konsequenzen an. So wollen 15 Prozent künftig weniger Pendler beschäftigen, 11 % ganz auf Pendler verzichten. Parallel werden Pläne konkret, Geschäfte ins Ausland zu verlagern bzw. bereits vorhandene Standorte im Ausland zu stärken.

Dr. Detlef Hamann, Hauptgeschäftsführer der IHK Dresden, kommentiert die durch die Umfrage bestätigten Erkenntnisse aus einer Vielzahl direkter Unternehmenskontakte wie folgt: "Bundes- und Landesregierung müssen das derzeitige Grenzregime zu Tschechien unbedingt überprüfen. Ohne verbindliche Aussagen der Politik zur Gültigkeitsdauer der Beschränkungen mangelt es den Unternehmen nicht nur an Planungssicherheit, es werden auch teils irreparable betriebliche Schäden in Kauf genommen." 

Kontakt

Geschäftsführer Standortpolitik und Kommunikation / Pressesprecher

Lars Fiehler

Telefon: 0351 2802-220
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