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Pressemitteilung

Neue Covid-19 Einschränkungen: Verhältnismäßigkeit nicht gewahrt

Sächsische IHKs zu den neuen bundesweiten Corona-Beschlüssen

Nummer: 39 | 29.10.2020

Mit großem Erschrecken nehmen die sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) die heute getroffenen Beschlüsse zu den weiteren Covid-19-Einschränkungen zur Kenntnis, die sehr kurzfristig gelten werden.

Stark steigende Infektionen müssen mit bundesweit abgestimmten und vor allem wirksamen Maßnahmen eingedämmt werden. Vor dem Hintergrund, dass laut Robert-Koch-Institut (RKI) das Infektionsgeschehen aktuell stark von privaten Treffen, Feiern und Veranstaltungen in geschlossenen Räumen getrieben wird, sind für die sächsischen IHKs die generelle Schließung von Freizeit-, Tourismus- und Gastronomiebetrieben sowie das Veranstaltungsverbot absolut nicht nachvollziehbar. Gerade diese Bereiche zeigten in den letzten Monaten, dass durch funktionierende Hygienekonzepte Infektionen vermieden wurden. Durch die Schließungen im Gastronomiebereich besteht zudem die Gefahr, dass sich noch mehr Feiern und Veranstaltungen in den schwer kontrollierbaren privaten Bereich verlagern.

"Um die wirtschaftlichen Auswirkungen zu begrenzen, müssen Einschränkungen konsequent auf die bekannten Infektionsherde zielen. Erst bei mangelndem Erfolg dieser Maßnahmen kann über weitere wirtschaftliche Beschränkungen und Schließungen diskutiert werden, auch wenn man jetzt bereits Umsatzkompensationen angekündigt hat", so Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz und Sprecher der sächsischen IHKs.

Die im Frühjahr nach dem Ende des Lockdowns startende wirtschaftliche Erholung wurde bereits im 4. Quartal durch die steigenden Infektionszahlen abrupt ausgebremst. Der jetzt angekündigte Teil-Lockdown wird viele kontaktintensive Dienstleistungsbereiche trotz möglicher Kompensationszahlungen vor weitere Probleme stellen. So gab beispielsweise im September - vor dem starken Anstieg der Infektionen in Sachsen - jedes siebente sächsische IHK-Unternehmen im Tourismus- und Gastronomiebereich trotz der staatlicher Unterstützungsprogramme an, von einer Insolvenz bedroht zu sein. In der Gesamtwirtschaft verzeichnet jedes fünfte Unternehmen Liquiditätsengpässe und jedes dritte einen Rückgang an Eigenkapital.

Ansprechpartner

Lars Fiehler
Telefon: 0351 2802-220
docID: D109497