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Pressemitteilung

Fachkräftenachwuchs für Sachsen: IHK Betriebe starten mit 7.329 neuen Lehrlingen ins Ausbildungsjahr

+++ Corona lässt Zahl der Neuverträge sinken +++ Aufholprozess hält jedoch an +++ Aktuell noch über 2.200 offene Lehrstellen für 2020 gemeldet +++

Nummer: 31 | 03.08.2020

Chemnitz/Dresden/Leipzig, 3. August 2020

Mit dem Start in das Ausbildungsjahr 2020/2021 liegen bei den drei sächsischen  Industrie- und Handelskammern Chemnitz, Dresden und Leipzig (IHKs) 7.329 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge vor - im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Minus von 17,2 Prozent bzw. 1.525 Verträgen.

Der negative Trend hat dabei alle Regionen des Freistaates erfasst. So wurden im IHK-Bezirk Chemnitz (Landkreise Mittelsachsen, Erzgebirgskreis, Zwickau,  Vogtlandkreis, Stadt Chemnitz) 2.404 neue Ausbildungsplätze registriert  (-18 Prozent zum Vorjahreszeitraum). 2.865 neue Ausbildungsverträge, und damit 19,1 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wurden im IHK-Bezirk Dresden (Landkreise Görlitz, Bautzen, Meißen, Sächsische Schweiz - Osterzgebirge, Stadt Dresden) verzeichnet. Der IHK-Bezirk Leipzig (Landkreise Nordsachsen und Leipzig, Stadt Leipzig) steuert aktuell 2.060 neue Ausbildungsverträge (-13,6 Prozent zum Vorjahreszeitraum) bei.

Für Dr. Andreas Sperl, Präsident der IHK Dresden, kommt die gesunkene Zahl der abgeschlossenen Lehrverträge nicht überraschend: "Corona hat auch den Ausbildungsmarkt kräftig durcheinander gewirbelt. In vielen Unternehmen wurden die Auswahlprozesse unterbrochen. Junge Leute wiederum überdenken ihre ursprünglichen Berufswünsche. Bewährte Veranstaltungsformate, bei den sich Betriebe und potenzielle Azubis treffen, mussten abgesagt werden. In traditionell starken Ausbildungsbranchen wie der Hotellerie und Gastronomie oder dem Einzelhandel hält die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung an, und lässt viele Chefs auf der Bremse stehen, wenn es um Personalaufbau geht. Die Liste der Gründe ließe sich fortsetzen. Auf der anderen Seite beobachten wir einen Aufholprozess, sodass sich die Bilanz in den kommenden Wochen noch etwas verbessern kann. Deutlich macht das auch die hohe Zahl an offenen Lehrstellen, die uns die Betriebe melden und betonen, dass sie sich wirklich über jede Bewerbung freuen."

Aktuell sind in den IHK-Lehrstellenbörsen (www.karriere-rockt.de und www.ihk-lehrstellenboerse.de) für einen Ausbildungsbeginn 2020 noch 2.226 offene Lehrstellen zu finden (Chemnitz: 937, Dresden: 697, Leipzig: 592). Bewerbungen für diese Stellen sind jederzeit möglich. In Abstimmung mit dem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule kann die Ausbildung auch nach dem 1. August beginnen. Die sächsischen IHKs beraten dazu sowohl Mitgliedsunternehmen als auch potenzielle Bewerber.

Einen hilfreichen Impuls, um den Ausbildungsmotor wieder rund laufen zu lassen, kann nach Ansicht von IHK-Präsident Sperl auch das neue Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" mit Hilfen von 2.000 bzw. 3.000 Euro je neuem Ausbildungsplatz geben. "Für kleine und mittelständische Betriebe, die durch Corona erheblich getroffen wurden, kann das Programm eine echte Hilfe sein, um ihr Ausbildungsplatzangebot aufrecht zu erhalten, Kurzarbeit für Azubis zu vermeiden, oder auch Anreize zur Übernahme im Falle einer Insolvenz zu schaffen" so der Präsident.

Wichtiger Hinweis: Die Antragsstellung und Abwicklung der Ausbildungsprämie ist ab Montag, den 3. August 2020 über die jeweils zuständige Agentur für Arbeit möglich. Förderfähig sind Ausbildungsverhältnis, die ab dem 1. August 2020 beginnen. Anträge müssen spätestens drei Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit des jeweiligen Ausbildungsverhältnisses eingereicht werden. Die IHKs bestätigen die Zahl der eingetragenen Ausbildungsverhältnisse für die Beantragung der "Ausbildungsprämie" sowie der "Ausbildungsprämie Plus".

Ansprechpartner

Lars Fiehler
Telefon: 0351 2802-220
docID: D108973