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Pressemitteilung

IHK Dresden sieht Licht und Schatten bei neuer Corona-Verordnung

Nummer: 29 | 13.07.2020

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Detlef Hamann äußert sich zur neuen, ab 18. Juli in Kraft tretenden, sächsischen Corona-Verordnung:

"Die neue Verordnung setzt den Weg der Lockerungen fort. Das begrüßen wir im Interesse unserer Mitgliedsunternehmen ausdrücklich. Dass ab sofort Betriebs- und Vereinsfeiern bis 50 Personen, Volksfeste, Jahrmärkte und Sportveranstaltungen mit Publikum wieder erlaubt werden, passt ebenso zu den aktuell niedrigen Corona-Fallzahlen, wie die Aufhebung der Abstandsregel bei Theatern, Kinos, Opern und ähnlichen Einrichtungen.

Unverständlich ist hingegen, warum diese Lockerung nicht auf das schwer angeschlagene Tagungs- und Kongressgeschäft trotz Hygieneregeln und Kontaktnachverfolgung ausgeweitet wird? Das für diesen Bereich weiter geltende 1,50 m-Abstandsgebot macht die Durchführung eines Kongresses oder einer Tagung quasi unmöglich.

Fragen werfen auch Großveranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmern auf. Ab 1. September sind diese erfreulicherweise zwar wieder erlaubt, aber mit der Bedingung einer Kontaktnachverfolgung versehen. Die allermeisten dieser Veranstaltungen werden im öffentlichen Raum stattfinden. Eine Kontrollpflicht inklusive abzusperrender Bereiche dürfte für viele Veranstaltungen nicht realisier- und finanzierbar sein.

Licht und Schatten sehen wir auch beim Unterbringungsverbot von bestimmten Personengruppen. Lobenswert ist die Präzisierung innerhalb der neuen Verordnung, wonach Personen aus Gebietskörperschaften mit kumulativ mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten 7 Tage betroffen sind. In der Umsetzung soll die Kontrollpflicht aber auf das Beherbergungsgewerbe abgewälzt werden, was deutlich zu kritisieren ist. Das bundesweite Infektionsgeschehens tagaktuell zu überprüfen, ist für unsere Hoteliers schlicht ein unzumutbarer Aufwand. In der Praxis müsste jeder Beherbergungsbetrieb jeden Morgen selbst recherchieren, in welchen Gebietskörperschaften die Infektionszahlen die zumutbaren Kriterien überschreiten und dies mit den Wohnadressen seiner neuankommenden Gästen abgleichen. Hier muss die Staatsregierung aktiv werden, analog Mecklenburg-Vorpommern vorgehen, und den Unternehmen regelmäßig eine Übersicht mit den Postleitzahlen betroffener Orte übermitteln".

Ansprechpartner

Lars Fiehler
Telefon: 0351 2802-220
docID: D107850