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Pressemitteilung

Wirtschaft braucht gut geplante Rückkehr zur Normalität

IHK-Präsident Sperl erwartet weitere Signale zu Lockerungen der Corona-Restriktionen

Nummer: 13 | 16.04.2020

Der Präsident der Industrie- und Handelskammer Dresden (IHK), Dr. Andreas Sperl, äußert sich zu den angekündigten Lockerungen der Corona-Restriktionen:

"Die Bundesregierung hat sich gemeinsam mit den Ländern für eine erste moderate Lockerung der bisher gültigen Allgemeinverfügungen entschieden. Es ist ein gutes Signal, dass in der kommenden Woche bereits erste Geschäfte wieder öffnen können. Deutlich zu kritisieren ist dabei allerdings die vermeintlich willkürlich gesetzte Grenze von 800 Quadratmetern Verkaufsfläche. Mit dieser Regelung werden im Einzelhandel erneut Wettbewerbsverzerrungen und Rechtsunsicherheiten induziert, die sachlich nicht begründbar scheinen. Zumindest müsste hier über Ausgleiche für die von einer weiteren Schließung diskriminierten Händler nachgedacht werden.

Problematisch erachte ich zudem, dass nur für einige Branchen konkrete Lockerungen in Aussicht gestellt wurden. Für andere Sektoren, wie Gastgewerbe, Hotellerie und Tourismus, ergeben sich nach wie vor deutliche Fragezeichen. Die bereits stark in Schieflage geratenen Unternehmen dieser Branchen erwarten zumindest ein Zeichen, dass ihre Situation in den politischen Planungen auch über die nächsten zwei Wochen hinaus eine Rolle spielt. Einen solchen Hinweis habe ich - wie sicherlich viele andere auch - in den gestrigen Verlautbarungen vermisst.

Die Bundeskanzlerin und der sächsische Ministerpräsident haben in ihren Pressekonferenzen erläutert, warum aus medizinischen Gesichtspunkten derzeit nur in 14-Tageszeiträumen geplant wird. Mit Blick auf ein "Soft opening" fehlt dennoch der für Gesellschaft und Wirtschaft so wichtige Weitblick über die jetzt beschlossenen ersten Schritte hinaus. Von der Bundes- und Landesregierung erwarte ich deshalb, dass sie unter Berücksichtigung ihrer gestern verlautbarten, virologischen Kriterien Perspektiven für weitere Öffnungen aufzeigen, die über eine 14-Tage-Sicht hinausgehen.

Die Wirtschaft braucht eine gut geplante Rückkehr zur Normalität."

Ansprechpartner

Lars Fiehler
Telefon: 0351 2802-220
docID: D105153