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Pressemitteilung

Ausbildungsmarkt stagniert - IHK Chef fordert klare politische Reaktion

Zahl der Neuverträge bei IHK-Betrieben im Oktober 2 Prozent unter Vorjahres-Niveau / Koalitionsverhandlungen müssen duale Bildung aufgreifen

Nummer: 30 | 01.11.2019

Mit 3.540 neuen Ausbildungsverträgen waren die Mitgliedsbetriebe der IHK Dresden zum Lehrjahresbeginn am 1. August gestartet. In den darauf folgenden Wochen lief die Nachvermittlung noch nicht versorgter Jugendlichen auf vollen Touren, sodass jetzt zum Stichtag 31. Oktober insgesamt 4.508 neue Verträge registriert werden konnten. Das entspricht 93 Verträgen bzw. zwei Prozent weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Detlef Hamann freut einerseits, dass "in den letzten Wochen fast 1.000 weitere Ausbildungsverträge geschlossen werden konnten", anderseits schwingen auch Bedenken in dieser Bilanz mit. Nach Ansicht des Kammerchefs, ist es "wichtig, dass alle Beteiligten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung ihre Kräfte zur Stärkung der beruflichen Ausbildung bündeln, um die Sicherung des Fachkräftenachwuchses für die sächsische Wirtschaft voranzutreiben".

Das Sondierungspapier der drei Parteien, die mitten in den Koalitionsverhandlungen stecken, gab dazu aus Sicht des Hauptgeschäftsführers noch nicht die richtigen Antworten: "Nur mit viel Mühe konnte man die duale Ausbildung in einem Nebensatz finden, und dass, obwohl das Thema in Sonntagsreden - nicht nur unmittelbar vor der Wahl - immer gern aufgegriffen wird". 

Er appelliert daher auch an CDU, SPD und Grüne, sich in den Koalitionsverhandlungen "dezidiert mit der Stärkung dualer Bildungswege zu befassen". "Zwei Punkte liegen mir dabei ganz besonders am Herzen", betont Detlef Hamann: "Im Kultusministerium muss endlich eine eigenständige Abteilung "Berufsbildende Schulen" entstehen, um Dienst-, Fach- und Trägeraufsicht, einschließlich der zugehörigen Stellenplanungen in eine Hand zu legen. Sonst wird das mit der zentralen Schulnetzplanung nicht funktionieren."

"Ich erachte es darüber hinaus als zwingend notwendig, eine Kampagne zur Gewinnung von Lehrern für berufsbildende Schulen zu starten. Bis 2030 werden mehr als 60 Prozent der heute an unseren Berufsschulen tätigen Lehrer altersbedingt ausscheiden. Die Staatsregierung hat im Bereich der allgemeinbildenden Schulen bereits Schritte gegen den Lehrermangel eingeleitet, im Bereich der Berufsbildung bleibt die Situation aber kritisch. Die Zahl der Lehramtsstudenten, die sich für die berufliche Bildung interessieren ist marginal, sodass wir sehenden Auges auf einen Kollaps zusteuern, sollte es nicht gelingen, das Ruder schnell herum zu reißen. Wir brauchen daher dringend den Start einer Initiative zur Gewinnung von Lehrkräften für berufsbildende Schulen, vor allem für die gewerblich-technischen Berufe." mahnt der IHK-Chef an.

Ansprechpartner

Lars Fiehler
Telefon: 0351 2802-220
docID: D102940