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Pressemitteilung

IHK-Ausbildungsumfrage 2019: Nachwuchsgewinnung bleibt große Herausforderung

Nummer: 22 | 15.08.2019

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), die Dachorganisation der 79 IHKs bundesweit hat heute in Berlin die Ergebnisse einer Umfrage unter knapp 12.500 Ausbildungsbetrieben vorgestellt, darunter 187 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk Dresden.

Die Umfrage macht deutlich, dass es für die Unternehmen im gesamten Bundesgebiet eine große Herausforderung bleibt, den dringend benötigten Berufsnachwuchs zu finden und zu Fachkräften zu entwickeln. Da auch in den nächsten Jahren viele erfahrene Mitarbeiter aus Altersgründen in den Betrieben ersetzt werden müssen, darf nicht nachgelassen werden, einen möglichst hohen Anteil der Schulabgänger für die duale Ausbildung zu gewinnen.

Wie schwierig die Besetzung von Ausbildungsplätzen ist, machen die regionalisierten Umfrageergebnisse deutlich. So blieben im Jahr 2018 in 49 Prozent der Unternehmen aus dem Kammerbezirk Dresden angebotene Ausbildungsplätze unbesetzt. Damit liegt die ostsächsischen Region deutlich über dem Bundesschnitt von 32 Prozent. Die meisten Probleme hatten das Gastgewerbe, die Transport- und Logistikbranche sowie das Baugewerbe.

Von den Betrieben, die nicht alle Plätze besetzen konnten, erhielten 45 Prozent gar keine Bewerbungen mehr (Bundesschnitt 30 Prozent). 2015 waren das noch bei 18 Prozent der Betriebe der Fall gewesen. Die Betriebe, die noch Bewerbungen erhalten haben, aber ihre Stellen trotzdem nicht besetzen konnten, bemängeln in 53 Prozent die Eignung der Bewerber (Bundesschnitt 69 Prozent). Dieser Wert ist gegenüber dem Jahr 2015 (75 %) rückläufig, wobei offen bleibt, ob dies teilweise auch einer Neuinterpretation der Anforderungen geschuldet sein könnte.

Um die Bewerbergewinnung zu verbessern, steht eine Ausweitung der Praktikumsangebote an erster Stelle. 52 % der befragten Unternehmen geben dies an. Es folgen ein gesteigertes Ausbildungsmarketing, die Öffnung für neue Bewerbergruppen wie Studienabbrecher und die verstärkte Kooperation mit Schulen.

Die ab dem Ausbildungsjahr 2020 geltende Mindestausbildungsvergütung wird das Ausbildungsengagement der Betriebe der IHK Dresden so gut wie nicht einschränken. Lediglich 5 % gaben an, ihr Angebot an Ausbildungsplätzen aus diesem Grund reduzieren zu wollen.

Die Wünsche der Ausbildungsbetriebe richten sich sowohl an die Jugendlichen, deren Berufsvorstellungen klarer und realistischer werden müssen, als auch an die Politik, wenn es darum geht, wichtige Rahmenbedingungen zusetzen. Hier werden vor allem bessere die Erreichbarkeit der Berufsschulen und Betrieben sowie die Vermittlung von IT-Kenntnissen in den allgemeinbildenden Schulen genannt, um für den digitalen Wandel in der Ausbildung und der betrieblichen Praxis besser gerüstet zu sein.

Zu den bundesweiten Umfrageergebnissen.

Ansprechpartner

Lars Fiehler
Telefon: 0351 2802-220
docID: D102428