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Pressemitteilung

Starke Konjunktur trotz zunehmender Skepsis

Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage im Herbst 2018 für den Kammerbezirk Dresden

Nummer: 26 | 18.10.2018

Die Geschäftslage der Unternehmen im IHK-Bezirk Dresden hat sich in den letzten Monaten wieder verbessert und erreicht erneut das Niveau des Allzeithochs vom Jahresbeginn 2018. Eine "gute" Geschäftslage vermelden aktuell 67 % der Befragten (Frühjahr 64 %). Umgekehrt berichten 4 % von "schlechten" Geschäften (Frühjahr 5 %). Die Geschäftserwartungen der Wirtschaft werden hingegen zunehmend skeptischer. Bessere Geschäfte prognostizieren 16 % der Befragten (Frühjahr 20 %), 10 % rechnen mit einer ungünstigeren Entwicklung (Frühjahr 8 %). Im Ergebnis fällt der IHK-Geschäftsklimaindex um weitere drei auf 131 Punkte (Frühjahr 134), so das Fazit der Konjunkturumfrage der IHK Dresden im Herbst 2018, an der sich 510 Firmen aller Wirtschaftsbereiche mit rund 20.000 Beschäftigten beteiligten.

Die Branchen
Die gute Konjunktur der Industrie setzt sich im Herbst 2018 fort. Allerdings hat die Stimmung nachgegeben. Sechs von zehn Firmen berichten weiter über eine gute Geschäftslage. Maßgeblich hierfür sind zum Teil beachtliche Umsatzzuwächse aus dem In- und Ausland, sodass die Produktionskapazitäten gut ausgelastet waren. Der Gesamtumsatz in Betrieben mit 50 und mehr Mitarbeitern nahm bis August 2018 gegenüber dem gleichen Zeitraum 2017 um 8,9 % zu. Die Geschäftserwartungen sind erneut zurückhaltend. Auftragseingänge, Umsätze und Exportentwicklung werden verhaltener als im Frühjahr beurteilt.

Die Bauwirtschaft setzt ihren konjunkturellen Höhenflug unvermindert fort. Der Anteil der Firmen mit guter Geschäftslage erreicht mit 83 % einen neuen Spitzenwert. Die Betriebe profitieren vor allem von Aufträgen des Wohnungsbaus, des Öffentlichen Baus, von Bestandssanierungen aber auch vom Brücken- und Straßenbau. In den Betrieben des Bauhauptgewerbes ab 20 Beschäftigte sind die Gesamtumsätze von Januar bis Juli 2018 um 19,1 % gegenüber dem gleichen Zeitraum 2017 gestiegen. Die Prognosen sind mit Blick auf den Winter etwas zurückhaltender, bleiben aber per Saldo optimistisch.

Die Stimmung im Handel ist gegenüber dem Frühjahr 2018 gleich geblieben, obwohl Umsatz- und Ertragsentwicklung sowohl vom Einzel- als auch vom Großhandel verhaltener bewertet werden. Der Einzelhandel profitiert weiter von der stabilen Lage am Arbeitsmarkt, Einkommenszuwächsen und niedrigen Zinsen. Dem Großhandel kamen die rege Verbrauchernachfrage und die starke Bautätigkeit zu Gute. Die durch Online-Verkäufe generierten Umsätze sind - wie die Umsatzentwicklung insgesamt - etwas zurückgegangen. Zwar geben die Erwartungen in beiden Branchen per Saldo nach, dennoch ist nur jeder zehnte Händler - wie auch im Frühjahr - pessimistisch.

Eine robuste Geschäftsentwicklung sorgt in der Dienstleistungswirtschaft für ein neues Allzeithoch. Mit nun 73 % positiver Geschäftslagemeldungen wird der Rekordwert vom Frühjahr 2018 (71 %) übertroffen. Gleichzeitig ist der Anteil der negativen Lagemeldungen von 6 % im Frühjahr auf derzeit 2 % zurück gegangen. Die Lagebewertungen fallen in den Branchen Information/Kommunikation, Unternehmensservice und Immobilienwirtschaft am besten aus. Die Prognosen sind anhaltend optimistisch. 93 % erwarten bessere oder gleich bleibende Geschäfte. Chancen werden im Anziehen der Investitionen im Wirtschafts- und Öffentlichen Bau, im Breitbandausbau und in der zunehmenden Digitalisierung gesehen.

Die anhaltende Baunachfrage und die gute Industriekonjunktur sorgten auch über die Sommermonate für die Fortsetzung der überwiegend guten Geschäftsentwicklung im Verkehrsgewerbe. Kurier- und Paketdienste verzeichnen eine hohe Nachfrage aufgrund des wachsenden Online-Handels. Gute und befriedigende Lagebewertungen liegen wieder von Betrieben im öffentlichen Nahverkehr vor. Während die Umsätze eine positive Tendenz aufweisen, bleiben die Erträge angespannt. Die Erwartungen geben vor dem Hintergrund zahlreicher Geschäftsrisiken nach. Allerdings geht die Mehrzahl von gleich bleibenden Geschäften aus.

Das perfekte Ferienwetter in Deutschland sorgte für eine anhaltend positive Stimmung in der Tourismuswirtschaft. So befindet sich die Zufriedenheit der Betriebe seit den letzten drei Jahren auf einem neuen Höchststand: 58 % der touristischen Anbieter berichten von einer guten Geschäftslage, knapp ein Viertel vermeldete zudem leichte Verbesserungen in der Ertragslage. Die Beherbergungsbetriebe konnten sich in allen Regionen des Kammerbezirks über gestiegene Gäste- und Übernachtungszahlen freuen. In der Hotellerie und auch bei den Reisemittlern war die Stimmung besonders gut. Berichteten im letzten Jahr noch rund 52 % der Beherbergungsbetriebe von einer guten Geschäftslage, so ist ihr Anteil inzwischen auf zwei Drittel gestiegen. Ebenso bewertet die Reisebranche ihre Buchungssituation deutlich besser als noch im Vorjahr. Die Erwartungen fallen vorsichtig optimistisch aus. Fast drei Viertel der Betriebe erwarten kein Wachstum, sondern eher ein Halten des Vorjahresniveaus.

Investition und Beschäftigung
Die Investitionsabsichten der Unternehmen setzen sich auf dem Niveau des Frühjahrs 2018 fort. Bauinvestitionen stehen wieder im Vordergrund, aber auch die starke Nachfrage, die hohe Kapazitätsauslastung und die Bedingungen am Kapitalmarkt halten das Investitionsengagement am Laufen. Bei den Ausgaben bleiben Ersatzbeschaffungen (42 %) das wichtigste Investitions-motiv. Die Kapazitätserweiterungen (18 %) liegen erneut auf dem zweiten Platz, ebenso wie die Produkt- und Verfahrensinnovationen (18 %). Zudem sind Ausgaben für Rationalisierungsmaßnahmen bei 16 % der Betriebe geplant.

Auftragsentwicklung und Kapazitätsauslastung bedingen Bedarf an zusätzlichen Mitarbeitern. Die Personalentwicklung ist daher weiter auf Personalzuwachs ausgerichtet. Allerdings ist der Anteil der Unternehmen mit geplanten Einstellungen rückläufig, was auch saisonal bedingt sein dürfte. Gegenüber dem Frühjahr 2018 plant derzeit nur das Dienstleistungsgewerbe die Ausweitung der Mitarbeiterbestände. Zunehmend mehr Betriebe orientieren auf die Beibehaltung ihrer Belegschaftsstärke.

Risikoradar
Meistgenanntes Geschäftsrisiko ist mit aktuell 67 % der Fachkräftemangel. Es folgen die Arbeitskosten mit 48 % der Nennungen und die Inlandsnachfrage mit rund 29 %. Prozentual die höchsten Zuwächse in der Risikobewertung gegenüber dem Frühjahr sind bei den Energiepreisen und der Auslandsnachfrage zu verzeichnen. Unter Letzterer werden beispielsweise die Zoll- und Handelskonflikte (USA, Iran, USA-China, Russland) und der Brexit genannt.

Ansprechpartner

Lars Fiehler
Telefon: 0351 2802-220
docID: D100380