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Finanzierungshilfen

Freistaat und Bund unterstützen von Corona betroffenen Unternehmen von Beginn an mit unterschiedlichsten Instrumenten, von nicht rückzahlbaren Soforthilfen über Darlehen bis zum Kurzarbeitergeld. Zugangskriterien, Beantragung und Spielregel sind komplex und teils ohne Hilfe kaum zu durchschauen. Nachfolgend finden Sie alle derzeit noch relevanten Möglichkeiten der finanziellen Hilfe.
 

Überbrückungshilfe III und Überbrückungshilfe III Plus

Die Bundesregierung verlängert die Überbrückungshilfen für betroffene Unternehmen und Soloselbstständige bis zum 31. Dezember 2021. Die Überbrückungshilfe III Plus ist inhaltlich weitgehend deckungsgleich mit der Überbrückungshilfe III. Auch in der Überbrückungshilfe III Plus sind nur Unternehmen mit einem Corona-bedingten Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent antragsberechtigt. Das neue Programm wird ebenfalls durch die prüfenden Dritten über das Corona-Portal des Bundes beantragt. Für beide Programme gemeinsam gilt künftig:
  • Die maximale monatliche Förderung in der Überbrückungshilfe III und der Überbrückungshilfe III Plus beträgt 10 Mio. Euro.
  • Die Obergrenze für Förderungen aus beiden Programmen beträgt maximal 52 Mio. Euro und zwar 12 Mio. Euro aus dem geltenden EU-Beihilferahmen bestehend aus Kleinbeihilfe, De-Minimis sowie Fixkostenhilfe plus 40 Mio. Euro aus dem neuen Beihilferahmen der Bundesregelung Schadensausgleich. Die neue EU-Regelung zum Schadensausgleich gilt für Unternehmen, die von staatlichen Schließungsmaßnahmen direkt oder indirekt betroffen sind. Diese können künftig Schäden von bis zu 40 Mio. Euro geltend machen.
  • Neu: Unternehmen, die im Zuge der Wiedereröffnung Personal aus der Kurzarbeit zurückholen, neu einstellen oder anderweitig die Beschäftigung erhöhen, erhalten wahlweise zur bestehenden Personalkostenpauschale eine Personalkostenhilfe ("Restart-Prämie") als Zuschuss zu den dadurch steigenden Personalkosten. Sie erhalten auf die Differenz der tatsächlichen Personalkosten im Fördermonat Juli 2021 zu den Personalkosten im Mai 2021 einen Zuschuss von 60 Prozent. Im August beträgt der Zuschuss noch 40 Prozent und im September 20 Prozent. Nach September 2021 wird kein Zuschuss mehr gewährt.
  • Ersetzt werden künftig Anwalts- und Gerichtskosten von bis zu 20.000 Euro pro Monat für die insolvenzabwendende Restrukturierung von Unternehmen in einer drohenden Zahlungsunfähigkeit.
Die FAQ zur Überbrückungshilfe III und zur Überbrückungshilfe III Plus finden Sie unter https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Navigation/DE/Dokumente/FAQ/Neustarthilfe-Plus/neustarthilfe-plus.html

 

Neustarthilfe und Neustarthilfe Plus für Soloselbständige

Soloselbständige können im Rahmen der Überbrückungshilfe III eine einmalige Betriebskostenpauschale ("Neustarthilfe") ansetzen.  Die Neustarthilfe für Soloselbstständige wird verlängert und wird bis zum 31. Dezember 2021 als Neustarthilfe Plus weitergeführt. Die Neustarthilfe erhöht sich von bis zu 1.250 Euro pro Monat für den Zeitraum von Januar bis Juni 2021 auf bis zu 1.500 Euro pro Monat für den Zeitraum von Juli bis Dezember 2021. Für den gesamten Förderzeitraum von Januar bis Dezember 2021 können Soloselbstständige somit bis zu 16.500 Euro bekommen.

Im Tutorial zeigen wir Ihnen die wesentlichen Schritte zur Beantragung der Neustarthilfe.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de.

 

KfW-Corona-Kredite für Unternehmen

Wenn Sie durch die Corona-Krise in finanzielle Schieflage geraten sind, Ihre Liquidität verbessern und laufende Kosten decken möchten, können Sie über Ihre Hausbank einen KfW-Kredit beantragen.

Die aktuellen KfW-Corona-Programme im Überblick

KfW-Corona-Programme im Überblick

Weitere Informationen zu den einzelnen Programmen finden Sie unter https://www.kfw.de/coronahilfe.

Tipp: Kreditantrag für Ihre Bank vorbereiten
Wenn Sie den passenden Kredit gefunden haben, können Sie Ihren Antrag schon vorbereiten. Das hilft Ihrer Bank, den Kreditantrag schnellstmöglich an die KfW weiterzuleiten.

 

Stabilisierungsfonds

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU), welche von Corona bedingten Einschränkungen betroffen sind, können mit Mitteln des Stabilisierungsfonds unter Beachtung der nachfolgenden Beteiligungsgrundsätze rekapitalisiert werden. Der Stabilisierungsfonds stellt Eigenkapital und eigenkapitalähnliche Mittel in der Regel in Form von stillen Beteiligungen mit Rangrücktritt zur Verfügung. Damit können sowohl Investitionen als auch Betriebsmittel finanziert werden.

Bis zum 31. Dezember 2021 können weiterhin Anträge auf Finanzierungen aus dem Stabilisierungsfonds bei der Sächsischen Beteiligungsgesellschaft mbH (SBG) gestellt werden. Die Bewilligungszeit des Fonds, den der Freistaat Sachsen Anfang des Jahres aufgelegt hat, um die wirtschaftliche Erholung sächsischer Unternehmen mit Eigenkapitalhilfen zu unterstützen, wurde bis zum Ende des Jahres verlängert. Gleichzeitig ist der Betrag der Beteiligungen im Rahmen der Säule 1 des Fonds auf 1,8 Millionen Euro angehoben worden und es gelten schlankere ökonomische Zugangsvoraussetzungen.

​Weitere Informationen zum Stabilisierungsfonds finden Sie auf der Internetseite der Sächsischen Aufbaubank -Förderbank.

 

Corona Start-up Hilfsfonds

Durch die Einschränkungen der Corona-Krise sind viele Gründungsprojekte ins Stocken geraten. Start-ups haben covid-bedingte Finanzierungsprobleme, weil Finanzierungsrunden durch den Ausfall von Investoren nicht geschlossen werden können bzw. zustande kommen. 

Der Corona-Start-up-Hilfsfonds stellt Wagniskapital für sächsische Start-ups bereit. Der Fonds bietet zur Sicherung der Liquidität Eigenkapital und eigenkapitalähnliche Mittel bis zu einer Höhe von 800.000 Euro an.

Die wichtigsten Daten im Überblick
  • Antragstellung ist weiterhin möglich
  • Art der Finanzierung: Stille Beteiligung
  • Laufzeit der Finanzierung: Bis 3 Jahre
  • Höhe der Finanzierung: 0,8 Mio. Euro
  • Gesamtvolumen des Fonds: 30 Mio. Euro
Kontaktaufnahme und Antragstellung über die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft (MBG).

 

Corona-Härtefallhilfen für Unternehmen

Die Beantragung von Corona-Härtefallhilfen ist ab sofort möglich. Am 18.05.2021 sind bundesweit gleichzeitig die Härtefallhilfen gestartet. Das Programm zielt auf Unternehmen und Selbstständige ab, die aus den bisherigen Corona-Hilfsprogrammen des Bundes ausgeschlossen und durch die Krise in eine existenzbedrohende wirtschaftliche Lage geraten sind.

Details:
  • Leistungszeitraum: Juni 2020 bis September 2021
  • Leistungsvoraussetzungen: Antragsteller ist aufgrund außergewöhnlicher Fallgestaltungen in den Corona-Hilfsprogrammen im jeweiligen Leistungszeitraum nicht antragsberechtigt (Subsidiarität)
  • Antragsteller hat pandemiebedingt außerordentliche Belastungen zu tragen, die absehbar die wirtschaftliche Existenz des Antragstellers bedrohen
  • Haupterwerbliche Tätigkeit
  • Der Leistungsumfang richtet sich nach den Leistungen im Programm Überbrückungshilfe im jeweiligen Leistungszeitraum. Es werden also bestimmte betriebliche Fixkosten wie die Miete, Versicherungsbeiträge usw. anteilig erstattet.
  • Deckelung der Leistung auf 100.000 Euro pro Unternehmen im Regelfall
Anträge können ausschließlich durch prüfende Dritte, d. h. Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwälte, gestellt werden. In Sachsen ist die SAB mit dem Programmvollzug betraut. Darüber, ob ein Härtefall vorliegt, entscheidet ggf. die Corona-Härtefallkommission, in der neben den betroffenen Ministerien und der SAB als beratende Mitglieder auch die Kammern sowie der DGB vertreten sind.

Weitere Informationen sowie der Link zur Antragstellung finden sich auf der Webseite www.haertefallhilfen.de sowie auf der Website der SAB.

 

Corona-Hilfen - SAB-Postfach für Rückzahlung

Für Unternehmen, die die gewährten Zuschüsse nicht oder nicht in voller Höhe benötigt haben bzw. sich Gründe für eine Rückzahlung der Hilfen ergeben haben, hat die SAB ein gesondertes Postfach eingerichtet. Fragen zum Vorgehen rund um die Rückerstattung richten Sie bitte unter Angabe Ihrer Antragsnummer an:

 

Kurzarbeitergeld

Bei Erstbeantragung bzw. wenn seit dem letzten Kurzarbeitergeldbezug eine Unterbrechung von drei Monaten vorliegt oder die ursprüngliche Anzeigedauer auf Kurzarbeit in Kürze abläuft oder bereits abgelaufen ist, muss Kurzarbeit neu angezeigt werden. Um dies zeitnah zu realisieren, stehen Online-Formulare unter https://www.arbeitsagentur.de/kannsteklicken zur Verfügung. Die Anzeige über den Arbeitsausfall kann alternativ schnell und direkt über das Online-Formular gestellt werden: https://www.arbeitsagentur.de/datei/anzeige-kug101_ba013134.pdf. Über die Kurzarbeit-App können zudem erforderliche Unterlagen gescannt und als PDF oder Bilddatei übertragen werden.

Fristen beim erleichterten Kurzarbeitergeld beachten.
Die aktuell geltende 3. Änderungsverordnung regelt:
  • Bis zum 30. September 2021 gilt der erleichterte Zugang zum Kurzarbeitergeld fort. Dies gilt auch für Betriebe, die bis zu diesem Tag Kurzarbeit neu oder nach einer Unterbrechung von mindestens drei Monaten erneut einführen. Dies umfasst: 
    • Verzicht auf den Aufbau von negativen Arbeitssalden;
    • Das Mindesterfordernis, wonach mindestens ein Drittel der Beschäftigten von Arbeitsausfall betroffen sein müssen, wird auf 10 Prozent abgesenkt;
    • Es besteht die Möglichkeit, auch Leiarbeiternehmer Kurzarbeitergeld zu zahlen, wenn der Verleihbetrieb ebenfalls Kurzarbeit eingeführt hat;
  • Die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge wird bis zum 30. September 2021 verlängert. Vom 1. Oktober 2021 bis 31. Dezember 2021 werden noch 50 Prozent des Sozialaufwands erstattet. Beides gilt für Betriebe, die bis zum 30. September 2021 Kurzarbeit eingeführt haben. Die komplette Erstattung ist im vierten Quartal weiterhin möglich, wenn während der Kurzarbeit qualifiziert wird;
  • Die Regelung zur Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen im Insolvenzfall wurde ergänzt. Es besteht grundsätzlich ab Antragstellung auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens kein Anspruch mehr auf Erstattung solcher Sozialversicherungsbeiträge, die später in einem Insolvenzverfahren angefochten werden können.
Kurzarbeit richtig abrechnen.
Viele Unternehmen und Lohnbüros haben wenig Erfahrung bei der Abrechnung von Kurzarbeitergeld, dies führt zu Fehlern und in der Folge zu Rückforderungen. Dabei müssen verschiedene Punkte beachtet werden.

Kontakte:
  • Hotline vom Arbeitgeberservice: 0800 4 5555 20
  • Regionale Kurzarbeitergeld-Hotline für Arbeitgeber aus der Region

 

Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

Die Corona-Krise erschwert es vielen Ausbildungsbetrieben, weiterhin junge Menschen als Fachkräfte von morgen auszubilden. Daher können Arbeitgeber die Ausbildungsprämie oder andere Förderungen aus dem Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" beantragen. Die Förderrichtlinie liegt und die entsprechenden Antragsunterlagen stehen auf der Internetseite www.arbeitsagentur.de zur Verfügung.

Die Erste Förderrichtlinie enthält:
  • Ausbildungsprämien in Höhe von 2.000,00 Euro bzw. 3.000,00 Euro für Betriebe, die - obwohl sie die Corona-Krise stark getroffen hat - ihr Ausbildungsniveau halten bzw. erhöhen,
  • Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung, wenn der Ausbildungsbetrieb Auszubildende und Ausbilder nicht mit in Kurzarbeit schickt,
  • Übernahmeprämien an Betriebe, die Auszubildende von insolventen Betrieben übernehmen.
  • Ab November 2020 werden Auftrags- und Verbundausbildungen extra gefördert. Ab Anfang November kann die Förderung von Auftrags- und Verbundausbildungen bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS) http://www.kbs.de/bpa beantragt werden. Gefördert werden kleine und mittlere Unternehmen (KMU), überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister, die Auszubildende temporär übernehmen, wenn das ursprünglich ausbildendende KMU vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Einschränkungen betroffen ist.
Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" wird verlängert und verbessert

Das Bundeskabinett hat am 17.03.2021 die Verlängerung und Weiterentwicklung des Bundesprogramms "Ausbildungsplätze sichern" gebilligt.

Die wichtigsten Änderungen im Einzelnen:
  • Die Ausbildungsprämien für von der Corona-Krise betroffene Betriebe, die durch Neueinstellungen ihr Ausbildungsniveau halten oder erhöhen, werden - rückwirkend zum 16. Februar 2021 - zunächst in bisheriger Höhe verlängert.
  • Für das neue Ausbildungsjahr werden die Prämien zum 1. Juni 2021 von 2.000 und 3.000 Euro auf 4.000 und 6.000 Euro verdoppelt.
  • Die Zuschüsse zur Vermeidung von Kurzarbeit während einer Ausbildung werden attraktiver: Künftig können auch Zuschüsse zur Vergütung der Ausbilderin oder des Ausbilders gezahlt werden. Wie bisher kann zudem die Ausbildungsvergütung bezuschusst werden.
  • All diese Leistungen können künftig Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitenden beziehen. Bisher liegt die Grenze bei 249 Mitarbeitenden.
  • Mit einem neuen Sonderzuschuss werden Kleinstunternehmen erreicht, die im zweiten Lockdown ihre normale Geschäftstätigkeit weitgehend einstellen mussten: Betriebe mit bis zu vier Mitarbeitern können pauschal 1.000 Euro erhalten, wenn sie ihre Ausbildungstätigkeit für mindestens 30 Tage fortgesetzt haben.
  • Die Übernahmeprämie wird bis Ende 2021 verlängert und auf 6.000 Euro verdoppelt. Mit ihr wird künftig neben der Übernahme eines Auszubildenden aus einem Insolvenzfall auch bei pandemiebedingter Kündigung oder bei Abschluss eines Auflösungsvertrages unterstützt.
  • Die Förderung einer Auftrags- oder Verbundausbildung wird attraktiver. Die Mindestlaufzeit wird auf vier Wochen verkürzt, die Höhe der Förderung nach der Laufzeit bemessen. Insgesamt können bis zu 8.100 Euro gezahlt werden. Künftig kann auch der Stammausbildungsbetrieb statt des Interimsausbildungsbetriebs die Förderung erhalten. Für Interimsausbildungsbetriebe entfällt die Begrenzung auf bis zu 249 Mitarbeitende ersatzlos.
  • Künftig können für pandemiebetroffene Unternehmen die Kosten für externe Abschlussprüfungsvorbereitungskurse für Auszubildende hälftig bezuschusst werden, maximal mit 500 Euro.
Die bei diesen Förderleistungen vorgesehenen Verbesserungen werden im Rahmen der Ersten Förderrichtlinie umgesetzt; die Änderungen werden im Laufe des Monat März 2021 bekannt gemacht. Anträge können bei der für den jeweiligen Ausbildungsbetrieb zuständigen Agentur für Arbeit gestellt werden.

Die Förderung der Auftrags- und Verbundausbildung einschließlich der anteiligen Kostenübernahme für externe Abschlussprüfungsvorbereitungskurse wird von der Knappschaft-Bahn-See im Rahmen der Zweiten Förderrichtlinie durchgeführt. Die Änderungen dieser Förderrichtlinie erfolgen schnellstmöglich und treten anschließend unmittelbar in Kraft.

 

Grundsicherung für Selbstständige, ALG I und II, Wohngeld

Hilfsbedürftige Gewerbetreibende haben die Möglichkeit, Arbeitslosengeld II (ALG II) als Grundsicherung für Selbstständige vom Jobcenter zu erhalten. Unter https://www.arbeitsagentur.de/m/corona-grundsicherung erhalten Sie alle weiteren Informationen.

Selbstständige aus dem Landkreis Bautzen, die Grundsicherung beantragen wollen, finden die erforderlichen Formulare auf den Seiten des  Landratsamtes Bautzen.

Die Anträge für Selbständige aus dem Landkreis Görlitz können von der Website des Landratsamtes Görlitz heruntergeladen werden.

Je nach Einkommenssituation kann auch die Beantragung von Wohngeld infrage kommen.

 

Entschädigung wegen Verdienstausfall bei Quarantäne

Sächsische Betriebe, Selbstständige und Freiberufler, die aufgrund des Corona-Virus offiziell (durch ein Gesundheitsamt veranlasst) unter Quarantäne gestellt werden, einem Tätigkeitsverbot unterliegen und dadurch einen Verdienstausfall erleiden, können über die Landesdirektion Sachsen eine Entschädigung beantragen.
Bei Angestellten zahlt in der Regel der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt zunächst weiter. Dieser kann sich das Geld im Nachhinein von der Landesdirektion Sachsen auf Antrag erstatten lassen. Grundlage für die Entschädigung ist das Infektionsschutzgesetz. Danach bemisst sich die Entschädigung für die ersten sechs Wochen einer Quarantäne nach dem Verdienstausfall, also dem Netto-Arbeitsentgelt. Vom Beginn der siebenten Woche an richtet sich die Entschädigung nach der Höhe des Krankengeldes.

Sind Arbeitnehmer allerdings arbeitsunfähig - also vom Arzt krankgeschrieben -, treten die Leistungen des Arbeitgebers und der Krankenversicherung vorrangig ein. Für die Zeit einer Krankschreibung besteht daher kein Anspruch auf Entschädigung. Nach dem Infektionsschutzgesetz erhalten auch Selbstständige und Freiberufler den Verdienstausfall ersetzt. Grundlage der Berechnung der Entschädigung ist der letzte vorliegende Einkommenssteuerbescheid. Die Anträge sind innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Tätigkeitsunterbrechung oder dem Ende der Quarantäne bei der Landesdirektion Sachsen zu stellen.

Das Sächsische Kabinett hat am 11.05.2021 die Änderung der Infektionsschutzgesetz-Zuständigkeitsverordnung beschlossen, die am 15.05.2021 in Kraft getreten ist. In diesem Zusammenhang wurde das Verfahren der Bearbeitung von Antragen für die Abwicklung der Entschädigungsleistungen nach §56, Abs.1 und 1a des Infektions-schutzgesetzes des Bundes verändert.

Die Antragstellung durch Unternehmen und Selbstständige erfolgt künftig nur noch online über Amt24. Außerdem wurden die Antragsformulare bei Amt24 inhaltlich aktualisiert. Ziel ist eine deutliche Beschleunigung des Verfahrens. Anträge in Papierform sind somit nicht mehr möglich. Deshalb werden ab 25.05.2021 Anträge, die noch auf dem Postweg eingehen, abgelehnt.

 

Steuerliche Maßnahmen bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Folge des Coronavirus nutzen

Wenn es in Unternehmen aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus zu Beeinträchtigungen und Liquiditätsengpässen kommt, stehen betroffenen Unternehmern auf Antrag verschiedene steuerliche Hilfsangebote der Finanzämter bei Bundes- und Landessteuern sowie der Städte und Gemeinden bei Gemeindesteuern zur Verfügung.

Beispiele, für die die Finanzämter zuständig sind:
  • Stundung fälliger Steuerzahlungen (Voraus- oder Nachzahlungen)
  • Erlass von Säumniszuschlägen
  • Herabsetzung laufender Vorauszahlungen zur Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer
  • Herabsetzung des Gewerbesteuermessbetrags für Zwecke der Gewerbesteuervorauszahlungen
  • Sollte bereits eine Mahnung fälliger Steuerzahlungen erfolgt sein, empfiehlt sich eine unverzügliche Kontaktaufnahme unter den auf der Mahnung angegebenen Kontaktdaten, um vorübergehend Vollstreckungsmaßnahmen zu vermeiden.
Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat am 6. Juli 2021 FAQs zum Thema steuerliche Maßnahmen in der Corona-Krise veröffentlicht. Hier finden sich neben den Aussagen zur Stundung und Herabsetzung von Vorauszahlungen auch Ausführungen zu Außenprüfungen. Eine Verschiebung der Anmeldefristen für Umsatz- und Lohnsteuer ist nicht enthalten.

Überblick über die steuerlichen Maßnahmen des Bundes

Informationen der sächsischen Finanzverwaltung

 

Steuerfreie Sonderzahlungen für Beschäftigte in der Corona-Krise

Arbeitgeber können ihren Beschäftigten Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500,00 Euro steuerfrei auszahlen oder als Sachleistungen gewähren. Erfasst werden Sonderleistungen, die die Beschäftigten zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. März 2021 erhalten. Voraussetzung ist, dass die Beihilfen und Unterstützungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden. Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen. Andere Steuerbefreiungen und Bewertungserleichterungen bleiben hiervon unberührt. Die Beihilfen und Unterstützungen bleiben auch in der Sozialversicherung beitragsfrei. Die oft als "Corona-Prämie" titulierte Zahlung des Arbeitgebers kann auch zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. März 2022 in mehreren Raten erfolgen. Um steuerfrei zu bleiben, darf der Gesamtbetrag jedoch 1.500,00 Euro nicht überschreiten.

Mit der Steuer- und Beitragsfreiheit der Sonderzahlungen wird die besondere und unverzichtbare Leistung der Beschäftigten in der Corona-Krise anerkannt.

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