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Finanzierungshilfen

 

Außerordentliche Wirtschaftshilfe - Novemberhilfe

Antragsberechtigt sind Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen, denen aufgrund staatlicher Anordnung das Geschäft untersagt wird beziehungsweise aufgrund bereits bestehender Anordnung bereits untersagt ist.

Die einmalige Kostenpauschale, errechnet sich aus dem durchschnittlichen wöchentlichen Umsatz. Der Bezugsrahmen hierfür ist der Vorjahresmonat November 2019; für nach dem 30. November 2019 gegründete Unternehmen der Vormonat Oktober 2020. Soloselbständige auch den durchschnittlichen Vorjahresumsatz zugrunde legen. Die Kostenpauschale wird für jede angeordnete Lockdown-Woche gezahlt.

Der Erstattungsbetrag beträgt 75 Prozent des entsprechenden Umsatzes für Unternehmen bis 50 Mitarbeiter, womit die Fixkosten des Unternehmens pauschaliert werden. Die Prozentsätze für größere Unternehmen werden nach beihilferechtlichen Vorgaben ermittelt. Anderweitige staatliche Unterstützung für den Zeitraum (Kurzarbeitergeld, Überbrückungshilfe etc.) wird vom Erstattungsbetrag abgezogen.

Die Antragstellung erfolgt  durch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder Rechtsanwälte voll elektronisch über die Plattform der Überbrückungshilfe erfolgen.  Soloselbständige erhalten eine Abschlagszahlung von bis zu 5.000 Euro; andere Unternehmen erhalten bis zu 10.000 Euro.
Soloselbstständige, die nicht mehr als 5.000 Euro Förderung beantragen, müssen keinen prüfenden Dritten beauftragen. Hier ist eine direkte Antragstellung möglich. Zur Authentifizierung ist ein ELSTER-Zertifikat der Finanzbehörden erforderlich. Halten Sie zur Antragstellung u. a. die Steuernummer des antragstellenden Unternehmens und die steuerliche Identifikationsnummer der betroffenen natürlichen Person, die IBAN einer der beim zuständigen Finanzamt hinterlegten Kontoverbindung, die erforderliche Umsatzermittlung und Erklärungen über anderweitige Corona-bedingte Zuschüsse bereit. Eine Schritt für Schritt-Anleitung finden Sie hier.

Detaillierte Informationen finden Sie in den FAQs des Bundes und der Sächsischen Staatsregierung vom 24.11.2020.

 

Ausbildungszuschuss für Ausbildungsunternehmen

Was wird gefördert?
  • Zuschuss zur Ausbildungsvergütung für Ausbildungsbetriebe (Richtlinie), die von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen sind
Wer wird gefördert?
  • Ausbildungsbetriebe mit bis zu 250 Mitarbeitern
Wie wird gefördert?
  • Zuschusses zum Ausbildungsentgelt als Festbetrag
  • pro Auszubildenden in Höhe des 1,5fachen der Ausbildungsvergütung gewährt, wie sie im Monat Februar 2020 gezahlt wurde
Voraussetzungen:
  • Ausbildungsvertrag mit einem Auszubildenden in einem Beruf nach BBiG bzw. HwO
  • Ausbildungsbetrieb muss von Kurzarbeit betroffen sein und die Voraussetzungen entsprechend der Verordnung über Erleichterungen der Kurzarbeit (Kurzarbeitergeldverordnung - KugV) vom 25. März 2020 (BGBI. 1 S. 595) erfüllen. Für das zu fördernde Ausbildungsverhältnis muss Kurzarbeit bewilligt worden sein.
  • Zuwendung wird nur für den Zeitraum gewährt, in dem für das zu fördernde Ausbildungsverhältnis kein Anspruch auf Kurzarbeitergeld der Bundesagentur für Arbeit besteht, der Auszubildende jedoch einen Anspruch auf Zahlung der Ausbildungsvergütung für 6 Wochen (1,5 Monate) hat
  • Sitz oder Betriebsstätte befindet sich im Freistaat Sachsen 
  • Unternehmen war per 31. Dezember 2019 wirtschaftlich gesund
  • Zuschuss ist ausschließlich zum Zweck der Fortführung der Berufsausbildung für das beantragte Berufsausbildungsverhältnis einzusetzen
  • Zuwendungsempfänger trägt Sorge dafür, dass die Ausbildung nach der Corona-Krise ordnungsgemäß fortgesetzt und zum erfolgreichen Abschluss geführt werden kann
  • zu den Mitarbeitern zählen: die Mitarbeiter des antragstellenden Unternehmens inkl. unselbständiger Niederlassungen oder die Mitarbeiter des rechtlich selbständigen Unternehmens innerhalb eines Unternehmensverbundes
Der Antrag auf den Ausbildungszuschuss und die Anlage zur Bestätigung eines Ausbildungsverhältnisses sind komplett durch das Unternehmen an die Bewilligungsbehörde, die Landesdirektion Sachsen zu senden. Die IHK erhält lediglich die "Anlage zur Bestätigung eines Ausbildungsverhältnisses" und sendet diese nach Ausfertigung an das antragstellende Unternehmen zurück.

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) rund um den Ausbildungszuschuss.

 

Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

Die Corona-Krise erschwert es vielen Ausbildungsbetrieben, weiterhin junge Menschen als Fachkräfte von morgen auszubilden. Daher können Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber die Ausbildungsprämie oder andere Förderungen aus dem Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" beantragen. Die Förderrichtlinie liegt und die entsprechenden Antragsunterlagen stehen auf der Internetseite www.arbeitsagentur.de zur Verfügung.

Die Erste Förderrichtlinie enthält:
  • Ausbildungsprämien in Höhe von 2.000 bzw. 3.000 Euro für Betriebe, die - obwohl sie die Corona-Krise stark getroffen hat - ihr Ausbildungsniveau halten bzw. erhöhen,
  • Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung, wenn der Ausbildungsbetrieb Auszubildende und Ausbilder nicht mit in Kurzarbeit schickt,
  • Übernahmeprämien an Betriebe, die Auszubildende von insolventen Betrieben übernehmen.
  • Ab November 2020 werden Auftrags- und Verbundausbildungen extra gefördert. Ab Anfang November kann die Förderung von Auftrags- und Verbundausbildungen bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS) http://www.kbs.de/bpa beantragt werden. Gefördert werden kleine und mittlere Unternehmen (KMU), überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister, die Auszubildende temporär übernehmen, wenn das ursprünglich ausbildendende KMU vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Einschränkungen betroffen ist.

 

Kurzarbeitergeld

Der Gesetzgeber hat den Zugang zum Kurzarbeitergeld deutlich erleichtert. Neu ist, dass die Sozialbeiträge zu 100 % erstattet werden. Betriebe können zudem Kurzarbeitergeld schon nutzen, wenn nur 10 % der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. Die gesetzliche Bezugsdauer beträgt 12 Monate. Sie kann durch Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auf bis zu 24 Monate verlängert werden. Das Kurzarbeitergeld wird bei der regional zuständigen Agentur für Arbeit beantragt.

Wichtig:
Für die Beantragung des Kurzarbeitergeldes für den laufenden Monat muss zwingend zuerst die Anzeige über Arbeitsausfall bei der zuständigen Bundesagentur für Arbeit bis zum Monatsletzten des laufenden Monats eingegangen sein. Dieses Formular finden Sie unter Downloads.

Wichtige Fragen und Antworten zum Kurzarbeitergeld

Unternehmen aus den Landkreisen Bautzen, Görlitz, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und aus Dresden können Kurzarbeitergeld-Anzeigen direkt an: Dresden.031-OS@arbeitsagentur.de senden.

Unternehmen aus dem Landkreis Meißen können Kurzarbeitergeld-Anzeigen direkt an: Leipzig.031-OS@arbeitsagentur.de senden.

Im Zuge der Coronakrise kann die Anzeige zur Beschäftigung behinderter Menschen bis zum 30. Juni 2020 verschoben werden.

Hier finden Sie die wichtigen Fragen und Antworten zu Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld für Beschäftigte aus Polen und Tschechien, die in Deutschland arbeiten. (tschechisch, polnisch)

 

Grundsicherung für Selbstständige, ALG I und II, Wohngeld

Hilfsbedürftige Gewerbetreibende haben aber die Möglichkeit, Arbeitslosengeld II (ALG II) als Grundsicherung für Selbstständige vom Jobcenter zu erhalten. Unter https://www.arbeitsagentur.de/m/corona-grundsicherung erhalten Sie alle weiteren Informationen.

Selbstständige aus dem Landkreis Bautzen, die Grundsicherung beantragen wollen, finden die erforderlichen Formulare auf den Seiten des  Landratsamtes Bautzen.

Die Anträge für Selbständige aus dem Landkreis Görlitz können von der Website des Landratsamtes Görlitz heruntergeladen werden.

Je nach Einkommenssituation kann auch die Beantragung von Wohngeld infrage kommen.

Kompakte Übersicht zu den ergänzenden Leistungen Wohngeld, Kinderzuschlag, und Arbeitslosengeld II

 

Soforthilfe Bund - SAB-Postfach für Rückzahlung

Mit dem Soforthilfe-Zuschussprogramm unterstützt der Bund kleine Unternehmen, die aufgrund von Liquiditätsengpässen in Folge der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 in eine existenzbedrohliche wirtschaftliche Schieflage geraten sind. Die Antragstellung war in Sachsen bei der SAB bis zum 31.05.2020 möglich.

Zur Ermittlung der Zuschusshöhe war jedes Unternehmen aufgefordert, den individuellen Liquiditätsengpass abzuschätzen und dies per Eigenerklärung gegenüber der SAB zu versichern. Für Unternehmen, die den gewährten Zuschuss für die betrieblichen Kosten nicht oder nicht in voller Höhe benötigt haben, hat die SAB ein gesondertes Postfach eingerichtet. Fragen zum Vorgehen rund um die Rückerstattung des "Soforthilfe-Zuschuss Bund” können an corona-rueckzahlung@sab.sachsen.de gerichtet werden.

 

Überbrückungshilfe Bund

Mit der Überbrückungshilfe soll besonders stark betroffenen Unternehmen geholfen werden. Um heraus zu finden, ob und ggf. wie viel Hilfe Sie beantragen können, gibt der Überbrückungshilfe-Rechner in drei Schritten eine erste Auskunft.

Die Beantragung kann nur von einem vom berechtigten Unternehmen beauftragten Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer erfolgen. Die Antragstellung ist über das Antragsportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) möglich. Die Anträge werden dann an die zuständige Institution in den Bundesländern weitergeleitet. 

Wichtig: 
Die aktuelle Überbrückungshilfe II umfasst die Fördermonate September bis Dezember 2020. Die Antragsfrist endet am 31. Dezember 2020.

Die Förderhöhe bemisst sich nach den erwarteten Umsatzeinbrüchen der Fördermonate September, Oktober, November und Dezember 2020 im Verhältnis zu den jeweiligen Vergleichsmonaten im Vorjahr.

Die Überbrückungshilfe II erstattet einen Anteil in Höhe von
  • 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch > 70 Prozent
  • 60 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 50 Prozent und ≤ 70 Prozent
  • 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 30 Prozent und < 50 Prozent
im Fördermonat im Vergleich zum Vorjahresmonat. Bei Unternehmen, die zwischen dem 1. September 2019 und dem 31. Oktober 2019 gegründet worden sind, sind die Monate November 2019 bis Februar 2020 zum Vergleich heranzuziehen.
Die Berechnung wird dabei jeweils für jeden Monat einzeln vorgenommen. Liegt der Umsatzeinbruch in einem Fördermonat bei weniger als 30 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat, entfällt die Überbrückungshilfe II für den jeweiligen Fördermonat.

Überbrückungshilfe wird verlängert und erweitert - die Überbrückungshilfe III kommt
  • Laufzeit von Januar 2021 bis Juni 2021.
  • Der Umfang der Überbrückungshilfe III wird erheblich erweitert. Statt bislang maximal 50.000 Euro pro Monat beträgt die neue Förderhöchstsumme bis zu 200.000 pro Monat - für den Zeitraum bis Ende Juni 2021 als steuerbaren Zuschuss.
  • Es wird weitere Verbesserungen geben, bspw. bei der Ansetzbarkeit von Ausgaben für Instandhaltung, Modernisierungsmaßnahmen oder auch Kosten für Abschreibungen. 
Die FAQs zur Überbrückungshilfe finden Sie im Portal https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de

 

KfW-Schnellkredit 2020

Bis zum 31.12.2020 können Sie bei Ihrer Bank oder Sparkasse den KfW-Schnellkredit 2020 abschließen. Zusätzlich zum KfW-Schnellkredit 2020 können Sie auch die Zuschüsse der Soforthilfeprogramme des Bundes und der Länder nutzen, soweit die Förderung insgesamt unter 800.000,00 Euro (Gesamtnennbetrag) pro Unternehmen bleibt.

Was wird gefördert?
  • Anschaffungen wie Maschinen und Ausstattung (Investitionen)
  • Alle laufenden Kosten wie Miete, Gehälter oder Warenlager (Betriebsmittel)
Wer wird gefördert?
  • Selbstständige und Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern, die mindestens seit Januar 2019 am Markt sind und
  • entweder im Jahr 2019 oder in der Summe der Jahre 2017 bis 2019 oder im kürzeren Zeitraum, wenn Sie noch nicht seit 2017 am Markt sind, einen Gewinn erzielt haben.
Wie wird gefördert?
  • KfW-Schnellkredit 2020 ohne Risikoprüfung.
  • maximal 300.000,00 Euro pro Unternehmensgruppe bis einschließlich 10 Beschäftigte beim antragstellenden Unternehmen
  • maximal 500.000,00 Euro pro Unternehmensgruppe mit mehr als 10 bis einschließlich 50 Beschäftigten beim antragstellenden Unternehmen
  • maximal 800.000,00 Euro pro Unternehmensgruppe mit mehr als 50 Beschäftigten beim antragstellenden Unternehmen
  • bis zu 10 Jahre Laufzeit / 2 tilgungsfreie Jahre möglich
  • KfW übernimmt 100 % des Kreditausfallrisikos von Ihrer Bank
Voraussetzungen:
  • Unternehmen war per 31. Dezember 2019 wirtschaftlich gesund
  • Während der Kreditlaufzeit dürfen Gewinn oder Dividende nicht ausgeschüttet werden. Möglich sind aber marktübliche Ausschüttungen oder Entnahmen für Geschäftsinhaber (natürliche Personen).
Informationen dazu gibt es auf der Webseite der KfW und bei allen Banken und Sparkassen.

Tipp: Kreditantrag für Ihre Bank vorbereiten
Wenn Sie den passenden Kredit gefunden haben, können Sie Ihren Antrag schon vorbereiten. Das hilft Ihrer Bank, den Kreditantrag schnellstmöglich an die KfW weiterzuleiten.

 

Entschädigung wegen Verdienstausfall bei Quarantäne

Sächsische Betriebe, Selbstständige und Freiberufler, die aufgrund des Corona-Virus offiziell (durch ein Gesundheitsamt veranlasst) unter Quarantäne gestellt werden, einem Tätigkeitsverbot unterliegen und dadurch einen Verdienstausfall erleiden, können über die Landesdirektion Sachsen eine Entschädigung beantragen.
Bei Angestellten zahlt in der Regel der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt zunächst weiter. Dieser kann sich das Geld im Nachhinein von der Landesdirektion Sachsen auf Antrag erstatten lassen. Grundlage für die Entschädigung ist das Infektionsschutzgesetz. Danach bemisst sich die Entschädigung für die ersten sechs Wochen einer Quarantäne nach dem Verdienstausfall, also dem Netto-Arbeitsentgelt. Vom Beginn der siebenten Woche an richtet sich die Entschädigung nach der Höhe des Krankengeldes.

Sind Arbeitnehmer allerdings arbeitsunfähig - also vom Arzt krankgeschrieben -, treten die Leistungen des Arbeitgebers und der Krankenversicherung vorrangig ein. Für die Zeit einer Krankschreibung besteht daher kein Anspruch auf Entschädigung. Nach dem Infektionsschutzgesetz erhalten auch Selbstständige und Freiberufler den Verdienstausfall ersetzt. Grundlage der Berechnung der Entschädigung ist der letzte vorliegende Einkommenssteuerbescheid. Die Anträge sind innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Tätigkeitsunterbrechung oder dem Ende der Quarantäne bei der Landesdirektion Sachsen zu stellen.

Weitere Informationen sowie die entsprechenden Anträge sind unter dem [SSI Anzeige Link ID: 67010 Formatstring: $LNK_object$ /SSI] abrufbar.

 

Steuerliche Maßnahmen bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Folge des Coronavirus nutzen

Wenn es in Unternehmen aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus zu Beeinträchtigungen und Liquiditätsengpässen kommt, stehen betroffenen Unternehmern auf Antrag bis 31.12.2020 verschiedene steuerliche Hilfsangebote der Finanzämter bei Bundes- und Landessteuern sowie der Städte und Gemeinden bei Gemeindesteuern zur Verfügung.

Finanzämter:
  • zinsfreie Stundung fälliger Steuerzahlungen (Voraus- oder Nachzahlungen)
  • Erlass von Säumniszuschlägen
  • Herabsetzung laufender Vorauszahlungen zur Einkommensteuer 2020 bzw. Körperschaftsteuer 2020
  • Herabsetzung des Gewerbesteuermessbetrags für Zwecke der Gewerbesteuervorauszahlungen 2020
  • nachträgliche Herabsetzung der Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung (1/11) für das Jahr 2020 bis auf Null EUR
  • Sollte bereits eine Mahnung fälliger Steuerzahlungen erfolgt sein, empfiehlt sich eine unverzügliche Kontaktaufnahme unter den auf der Mahnung angegebenen Kontaktdaten, um vorübergehend Vollstreckungsmaßnahmen zu vermeiden.
  • Aufschub für die Abgabe der Lohnsteueranmeldung
  • Antrag auf nachträgliche Herabsetzung der Vorauszahlungen für 2019 (pauschaler Verlustrücktrag 2020)
Ab sofort steht das sächsische Formular zur Beantragung von Steuererleichterungen aufgrund der Auswirkungen des Corona-Virus zur Verfügung.

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat am 6. April 2020 FAQs zum Thema steuerliche Maßnahmen in der Corona-Krise veröffentlicht. Hier finden sich neben den Aussagen zur Stundung und Herabsetzung von Vorauszahlungen auch Ausführungen zu Außenprüfungen. Eine Verschiebung der Anmeldefristen für Umsatz- und Lohnsteuer ist nicht enthalten.

 

Steuerfreie Sonderzahlungen für Beschäftigte in der Corona-Krise

Arbeitgeber können ihren Beschäftigten nun Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuerfrei auszahlen oder als Sachleistungen gewähren. Erfasst werden Sonderleistungen, die die Beschäftigten zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. Dezember 2020 erhalten. Voraussetzung ist, dass die Beihilfen und Unterstützungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden. Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen. Andere Steuerbefreiungen und Bewertungserleichterungen bleiben hiervon unberührt. Die Beihilfen und Unterstützungen bleiben auch in der Sozialversicherung beitragsfrei.

Mit der Steuer- und Beitragsfreiheit der Sonderzahlungen wird die besondere und unverzichtbare Leistung der Beschäftigten in der Corona-Krise anerkannt.

 

Stabilisierungsfonds Sachsen

Der Freistaat Sachsen stellt in der Corona-Krise Eigenkapital für Unternehmen mittels eines Stabilisierungsfonds zur Verfügung. Die Beantragung ist ab sofort über die Sächsische Beteiligungsgesellschaft (SBG) möglich: http://www.sbg.sachsen.de/stabilisierungsfonds.html.

Hintergrund:
Während der ersten Phase der Corona-Pandemie haben viele Unternehmen Eigenkapital und Liquidität eingebüßt. Um betroffene Unternehmen zu unterstützen, ihre Kapitalstruktur und Kreditwürdigkeit wiederherzustellen, hat der Freistaat Sachsen einen Stabilisierungsfonds ins Leben gerufen. Er ist mit bis zu 370 Millionen Euro ausgestattet.

Wer wird unterstützt?
Der Stabilisierungsfonds richtet sich an produzierende Unternehmen und an produktionsnahe oder technologieorientierte Dienstleister in Sachsen - ergänzend zum Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes, der auf große Unternehmen ausgerichtet ist. Der sächsische Stabilisierungsfonds stellt Eigenkapital und eigenkapitalähnliche Mittel zunächst bis 800.000 Euro bereit. Darüber hinausgehende Beteiligungen bis maximal 2,4 Millionen Euro wird der Fonds ausreichen, wenn Deutschland die Genehmigung der EU-Kommission für höhere Eigenkapitalhilfen in eine eigene Bundesrahmenregelung übernommen hat. Das steht zurzeit noch aus.

Die begünstigten Unternehmen müssen vor der Krise wirtschaftlich gesund gewesen sein und eine gute Zukunftsprognose besitzen. Die Konditionen der Finanzhilfen sind den Beteiligungsgrundsätze des Stabilisierungsfonds zu entnehmen, die auf der Webseite der SBG veröffentlicht sind.

 

Neustarthilfe für Soloselbständige

Die bisherige Überbrückungshilfe soll über das Jahresende hinaus verlängert und ausgeweitet werden. Diese Überbrückungshilfe III hat eine Laufzeit von Januar 2021 bis Juni 2021. Dazu gehört auch die sog. "Neustarthilfe für Soloselbständige". Sie soll der besonderen Situation von Soloselbständigen Rechnung tragen. Zu den zu berücksichtigenden Kosten soll für diese Gruppe künftig eine einmalige Betriebskostenpauschale von 25 Prozent des Umsatzes im Vergleichszeitraum zählen. Die Neustarthilfe beträgt einmalig bis zu 5.000 Euro und deckt den Zeitraum bis Juni 2021 ab.

Die Neustarthilfe ist aufgrund ihrer Zweckbindung nicht auf Leistungen der Grundsicherung u. ä. anzurechnen. Es handelt sich um einen Zuschuss, der - bei Vorliegen der  Antragsvoraussetzungen - nicht zurückzuzahlen ist.

Antragsberechtigt sind Soloselbstständige, die ansonsten im Rahmen der Überbrückungshilfen III keine Fixkosten geltend machen bzw. geltend machen können und die ihr Einkommen im Referenzzeitraum (im Normalfall das Jahr 2019) zu mindestens 51 Prozent aus selbständiger Tätigkeit erzielt haben. Die volle Betriebskostenpauschale wird gewährt, wenn der Umsatz der oder des Soloselbständigen während der siebenmonatigen Laufzeit Dezember 2020 bis Juni 2021 im Vergleich zu einem siebenmonatigen Referenzumsatz 2019 um mehr als 50 Prozent zurückgegangen ist.

Die Höhe der Neustarthilfe beträgt einmalig 25 Prozent des siebenmonatigen Referenzumsatzes, maximal aber 5.000 Euro. Um den Referenzumsatz 2019 zu bestimmen, wird der durchschnittliche monatliche Umsatz des Jahres 2019 zugrunde gelegt (Referenzmonatsumsatz). Der Referenzumsatz ist das Siebenfache dieses Referenzmonatsumsatzes. Betroffene, die ihre selbstständige Tätigkeit nach dem 1. Oktober 2019 begonnen haben und daher keine Jahresumsätze für 2019 vorweisen können, können als Referenzmonatsumsatz entweder den durchschnittlichen Monatsumsatz der beiden Vorkrisenmonate Januar und Februar 2020 oder den durchschnittlichen Monatsumsatz des 3. Quartals 2020 (1. Juli bis 30. September 2020) wählen.

Beispiele:
 
Jahresumsatz 2019 Referenzumsatz Neustarthilfe (max. 25 Prozent)
ab 34.286 Euro 20.000 Euro und mehr 5.000 Euro (Maximum)
30.000 Euro 17.500 Euro 4.375 Euro
20.000 Euro 11.666 Euro 2.917 Euro
10.000 Euro 5.833 Euro 1.458 Euro
5.000 Euro 2.917 Euro 729 Euro
Die Neustarthilfe soll als Vorschuss ausgezahlt werden, auch wenn die konkreten Umsatzeinbußen während der Laufzeit Dezember 2020 bis Juni 2021 bei Antragstellung noch nicht feststehen. Sollte der Umsatz während der Laufzeit anders als zunächst erwartet bei über 50 Prozent des siebenmonatigen Referenzumsatzes liegen, sind die Vorschusszahlungen anteilig zurückzuzahlen. Bei einem Umsatz von 50 bis 70 Prozent ist ein Viertel der Neustarthilfe zurückzuzahlen, bei einem Umsatz zwischen 70 und 80 Prozent die Hälfte und bei einem Umsatz zwischen 80 und 90 Prozent drei Viertel. Liegt der erzielte Umsatz oberhalb von 90 Prozent, so ist die Neustarthilfe vollständig zurückzuzahlen. Wenn die so errechnete Rückzahlung unterhalb eines Bagatellbetrags von 500 Euro liegt, ist keine Rückzahlung erforderlich.

Die Neustarthilfe soll ab dem 1. Januar 2021 gelten. Aufgrund der nötigen technischen Programmierungen und der Abstimmungen mit den Ländern und der EU-Kommission können die Anträge einige Wochen nach Programmstart im neuen Jahr gestellt werden. 

Sobald weitere Details zur Neustarthilfe  vorliegen, wird die IHK darüber informieren.
docID: D104750