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Corona-Tests / Vorsorge / Umgang mit Beschäftigten

 

Wo erhalte ich aktuelle Informationen zum Coronavirus, Test- und Schwerpunktpraxen und konkrete Unterstützung?

Beim Robert Koch-Institut gibt es umfangreiche aktuelle Informationen zum Coronavirus. Weitergehende Beratung und Informationen erhalten Sie über die Gesundheitsämter der Stadt Dresden sowie der Einrichtungen der Landkreise: Personen mit Krankheitssymptomen sind durch den Hausarzt oder die Klinik zu testen. Hier entscheidet der Arzt über die Notwendigkeit einer Testung.

Wenn Sie als Unternehmen Ihre Mitarbeiter freiwillig auf Corona testen lassen wollen (bspw. präventiv oder für einen Grenzübertritt) und kein akutes Infektionsgeschehen in Ihrem Unternehmen vorherrscht, können Sie dies über Ihren Betriebsarzt in Zusammenarbeit mit einem Labor veranlassen oder Ihre Mitarbeiter kontaktieren ihren eigenen Hausarzt. Die Kosten für die Testungen müssen vom Patient bzw. Ihnen als Unternehmen getragen werden und liegen bei bis zu 170,00 Euro je Testung.

Für die Durchführung der Testungen von z.B. Pendlern und Reiserückkehrern wurden im Freistaat Sachsen zusätzlich mehrere Test- und Schwerpunktpraxen eingerichtet bzw. vertraglich gebunden.

 

Umgang mit vorliegenden Krankheitssymptomen

Wer Erkältungssymptome oder andere typische Symptome für COVID-19 hat oder Kontakt zu jemandem hatte, der positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde, sollte sich telefonisch beim Hausarzt, unter der Nummer 116 117 (Kassenärztlicher Bereitschaftsdienst) oder beim zuständigen Gesundheitsamt melden. Der behandelnde Arzt bzw. die Ärztin beim Gesundheitsamt entscheidet, ob ein Test durchgeführt wird oder nicht.

Leider beschreiben Mediziner sowohl für Erkältungen/Grippe als auch für eine Erkrankung an COVID-19 ähnliche Symptome. Um Ihnen etwas Orientierung zum Umgang mit Mitarbeitern mit den betreffenden Symptomen zu bieten, hat die IHK Chemnitz ein Schaubild (PDF)  erstellt. Es gibt jedoch auch atypische Symptome und Verläufe. Daher ist für jeden Einzelfall der Risikobewertung des Arbeitgebers eine Gesamtbetrachtung ratsam - Pauschalisierungen sind nicht tragfähig.

Bitte berücksichtigen Sie bei Ihrer Entscheidung auch, dass die äußeren Rahmenbedingungen eine Rolle spielen können. Insbesondere folgende Punkte können zusätzlich relevant sein:
  • Hat der betroffene Mitarbeiter oder haben Kollegen, mit denen er im beruflichen Umfeld zwangsläufig Kontakt hat, chronische Erkrankungen?
  • Welchen Risiken war der Mitarbeiter ggf. im privaten Umfeld ausgesetzt (z. B. bei einer Veranstaltung oder bei einem Aufenthalt in einem anderen Landkreis mit Risikostatus laut RKI)?

 

Corona-Fall im Betrieb - Was ist zu tun?

Diese Frage kann sich aktuell in jedem Betrieb stellen: Was ist zu tun, wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin sich mit dem Corona-Virus infiziert hat oder der begründete Verdacht auf eine Infektion besteht. Eine neue Broschüre von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen nennt die richtigen Ansprechpartner und gibt Hinweise, wie auch in dieser Situation Sicherheit und Gesundheit im Unternehmen bestmöglich gewahrt werden können. 
  • Bei einem Verdacht sollte der Mitarbeiter /die Mitarbeiterin umgehend nach Hause geschickt und von diesem/dieser eine telefonische Anmeldung beim Hausarzt vorgenommen werden.
  • Räume, in denen sich eine COVID-19 erkrankte Person aufgehalten hat, sind soweit möglich gut zu lüften.
  • Die Kontaktflächen im Betrieb (z.B. Arbeitsplatz, Toiletten, Türgriffe, Tastaturen, Telefone) sind von unterwiesenen Reinigungskräften/Personal gründlich zu reinigen.
  • Stellen Sie fest, welche Personen sich in unmittelbarer Nähe der Verdachtsperson aufgehalten haben. Diese Information ist wichtig zur Ermittlung der Infektionsketten und muss bei Bedarf dem Gesundheitsamt übermittelt werden. Das RKI gibt hierzu Hinweise zur Kontaktpersonennachverfolgung unter: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Kontaktperson/Management.html.
  • Der Arzt entscheidet über das weitere Vorgehen und stellt gegebenenfalls eine Krankschreibung aus. In begründeten Verdachtsfällen meldet er den Verdacht vor Bekanntwerden des Testergebnisses an das zuständige Gesundheitsamt.
  • Das Gesundheitsamt ist dann sowohl für den Meldeweg als auch für die Verhängung von weiteren Maßnahmen zuständig und kann dann in Absprache mit dem Arbeitgeber weitere Regelungen z.B. hinsichtlich des Umgangs mit möglichen Kontaktpersonen treffen. Die Behörde informiert unter anderem darüber, wie Sie sich zu verhalten haben.
    Infizierte werden in der Regel vom Gesundheitsamt zu ihren Kontakten in den vergangenen Tagen und zu Symptomen befragt, sie werden namentlich registriert und gegebenenfalls Labortests unterzogen. Hier sollten Sie mit dem Amt kooperieren. Für Kontaktpersonen, die Symptome aufweisen aber nicht schwer krank sind, kann das Gesundheitsamt eine Heim-Quarantäne anordnen.
    Aktuelle Informationen und Handlungsempfehlungen in den Regionen des Kammerbezirks der IHK Dresden finden Sie auf den Websiten der Gesundheitsämter der Stadt Dresden sowie der Einrichtungen der Landkreise Bautzen, Görlitz, Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.
  • Bis zum Bekanntwerden des Testergebnisses muss der Mitarbeiter /die Mitarbeiterin in häuslicher Quarantäne bleiben. Weitere Informationen zum Thema Arbeitsrechtliche Auswirkungen, Lohnfortzahlung, Home Office etc. finden Sie auf der Seite des BMAS unter https://www.bmas.de/DE/Schwerpunkte/Informationen-Corona/Fragen-und-Antworten/fragen-und-antworten.html.
  • Bei positivem Testergebnis bleibt der Mitarbeiter /die Mitarbeiterin 14 Tage in häuslicher Quarantäne. Dies gilt auch bei milden Krankheitsverläufen. Bei schwereren Krankheitsverläufen (hohes Fieber, Lungenentzündung mit einhergehender Atemnot) ist eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich.
  • Bei Bestätigung der Infektion durch ein positives Testergebnis meldet der Arzt das Ergebnis an das Gesundheitsamt. Dieses wendet sich dann an den Betrieb und ordnet weitere Maßnahmen an.
  • Der Arbeitgeber sollte in Kontakt mit der /dem Mitarbeitenden bleiben, um gegebenenfalls Fragen zu Freistellung, Lohnfortzahlung, Heimarbeit oder Kontaktpersonen zu klären.
    https://www.bmas.de/DE/Schwerpunkte/Informationen-Corona/Fragen-und-Antworten/fragen-und-antworten.html
  • Über den Zeitpunkt der Rückkehr zum Arbeitsplatz entscheidet der behandelnde Arzt bzw. das zuständige Gesundheitsamt. 
  • Grundsätzlich sollte in enger Abstimmung mit der Mitarbeiterin/dem Mitarbeiter für eine gewisse Übergangszeit während der aktuellen Notfallsituation, die Möglichkeit der Arbeit von zu Hause oder die Möglichkeit des Überstundenabbaus oder Urlaub zu nehmen, in Betracht gezogen werden.

 

Auswirkungen einer Pandemie auf das Arbeitsverhältnis

Die IHK Dresden hat in einem Merkblatt die möglichen Auswirkungen einer Pandemie auf Arbeitsverhältnisse zusammengefasst.

 

Welche Vorsorge können Unternehmen selbst treffen?

Grundsätzliche Empfehlung ist die Einhaltung der Hygieneregeln, die auch für den Schutz vor der Grippe gelten:
  • Händeschütteln vermeiden
  • Regelmäßiges und gründliches Hände waschen
  • Hände aus dem Gesicht fernhalten
  • Husten und Niesen in ein Taschentuch oder in die Armbeuge
  • Im Krankheitsfall Abstand halten
  • Geschlossene Räume regelmäßig lüften
Ziel für alle Unternehmen ist, die Ansteckungsgefahren zu minimieren bzw. auszuschließen und damit die Sicherstellung der betrieblichen Abläufe zu erreichen. Die individuellen Gegebenheiten sind ausschlaggebend und die konkrete Vorgehensweise ist vom Unternehmen abzuwägen sowie laufend auf Geeignetheit zu überprüfen. Die DGUV hat 10 Tipps für eine Betriebliche Pandemieplanung veröffentlicht. Diese beziehen sich allerdings nicht speziell auf das Corona-Virus. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat ein Handbuch "Betriebliche Pandemieplanung" für das Influenza-Virus veröffentlicht,. Es soll als Ratgeber für Betriebe dienen, die einen eigenen Pandemieplan aufstellen wollen, um der Fürsorgepflicht gegenüber den Arbeitnehmern gerecht zu werden und gleichzeitig den Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten zu können.
Branchenübergreifend stellen sich häufig Abwägungsfragen in Bezug auf die folgenden drei Konstellationen:
  1. Mitarbeiter untereinander und Mitarbeitereinsatz
  2. Kontakt Kunde - Mitarbeiter, Umgang mit Betriebsfremden
  3. Räumlichkeiten, Umgebung, Ausstattung
Die Unfallversicherungsträger konkretisieren zur Zeit den "SARS CoV-2 Arbeitsschutzstandard" des Bundesarbeitsministeriums, um eine Umsetzung in den einzelnen Branchen zu erleichtern. Einen Überblick, welche branchenspezifischen Handlungshilfen und Konkretisierungen bereits vorhanden sind finden Sie hier: Download der Excel-Tabelle (XLSX, 181 kB) (Stand: 26.10.2020)

 

Aushänge/Plakate zum Download

 

Was können Unternehmer sonst noch tun?

Auch unabhängig vom Corona-Virus ist es für Unternehmen immer empfehlenswert, für den Fall einer Erkrankung des Geschäftsführers/der Geschäftsführerin einen "Notfallkoffer" zu packen, der etwa mit Vollmachten, einem Vertretungsplan, Informationen zu Kunden- und Lieferantenstrukturen und einer Dokumentenmappe mit Bankverbindungen, Passwörtern versehen ist.

 

Was müssen Unternehmen beachten, die Mitarbeiter in Ausland entsenden?

Ein Arbeitnehmer darf die Arbeit bzw. eine Entsendung grundsätzlich nicht verweigern. Wenn eine für das Land oder die Region vorliegt, kann eine Verweigerung aber gerechtfertigt sein. Unabhängig davon sollten Unternehmen angesichts der fortschreitenden Ausbreitung des Coronavirus und den damit einhergehenden Einschränkungen in verschiedenen Ländern abwägen, ob die jeweilige Reise derzeit sinnvoll bzw. zwingend erforderlich ist. Ob der Arbeitgeber bereits im Ausland tätige Arbeitnehmer zurückholen oder zumindest in ein sicheres anderes Land bringen lassen muss, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab.
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