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Meldungen

Brexit: Regeln über kurze Geschäftsreisen angepasst

20.10.2021

Bekanntlich wird zur Erbringung von Dienstleistungen durch EU-Staatsangehörige im Vereinigten Königreich (VK) seit Januar 2021 im Regelfall ein Visum benötigt. Eine wichtige Ausnahme sind nun die so genannten verkaufsnahen Dienstleistungen im Rahmen einer kurzen Geschäftsreise.

Ägypten: Update Kostenänderungen Advanced Cargo Information System (ACI)

14.10.2021

Die AHK in Kairo hat darüber informiert, dass sich der Preis für die verpflichtende Hinterlegung der Advanced Cargo Information (ACI) ab dem 14. Oktober 2021 ändern wird.    

Erste Bewerbungsrunde: Moscow Transport Innovations Accelerator

13.10.2021

Der Moscow Transport Innovations Accelerator startet die erste Bewerbungsrunde für internationale Start-ups, die innovative Produkte und Lösungen für eine nachhaltige, sichere und niedrigschwellige Stadtmobilität anbieten.

Ägypten: Update Advanced Cargo Information System (ACI)

07.10.2021

Ägypten hat zum 1. Oktober 2021 die Einfuhrabfertigung von Seefrachtsendungen auf das Advanced Cargo Information System (ACI) umgestellt. Die AHK in Kairo hat nun über eine Anpassung der Datenanforderungen in Handelsrechnungen informiert. 

Podcast Produktkennzeichnung für UK: UKCA statt CE

06.10.2021

Die IHK der Region Stuttgart hat in Folge 5 ihrer Serie "Außenwirtschaftspodcast" den mit dem Brexit verbundenen Wechsel von der CE-Produktkennzeichnung hin zur Kennzeichnung nach dem nationalen Standard UKCA näher beleuchtet. Auskunft gibt Thomas Schaal vom Britischen Generalkonsulat in München.

Brexit: Vereinigtes Königreich verschiebt den Start von Zollkontrollen

15.09.2021

Bislang sollten ab 1. Oktober 2021 Vorabanmeldungen und Gesundheitszeugnisse Voraussetzung für die Einfuhr von bestimmten Lebensmitteln tierischen Ursprungs nach Großbritannien sein. Ab 1. Januar 2022 sollten zudem Sicherheitserklärungen für alle Einfuhren greifen. Diese und weitere Übergangsfristen nach dem Brexit wurden nun erneut verschoben. 

Kontakt

Referatsleiter Außenwirtschaft und stellv. Geschäftsführer

Robert Beuthner

Telefon:  0351 2802-224

Veranstaltungstipps

docID: D

Meldung

Pan-Europa-Mittelmeer-Zone: Neue alternative Ursprungsregeln ab 1. September eingeschränkt anwendbar

2019 haben sich die EU und der Großteil der übrigen Mitgliedsstaaten des "Regionalen Übereinkommens über Pan-Europa-Mittelmeer-Präferenzursprungsregeln (PEM)" auf modernisierte Ursprungsregeln geeinigt. Unternehmen können die neuen PEM-Regeln optional als Alternative zu den bisherigen Regeln nutzen, um Zölle im gegenseitigen Warenverkehr zu sparen. Am 1. September 2021 sollen sie in Kraft treten, allerdings zunächst nur mit einigen PEM-Ländern.

Modernisierte Ursprungsregeln: 
Das Erreichen des präferenziellen Ursprungs wird für Unternehmen durch die neuen PEM-Übergangursprungsregeln ("transitional rules") insgesamt deutlich leichter. Wesentliche Vereinfachungen sind z. B.:
  • Produktspezifische Ursprungsregeln: Flexiblere und einfachere Be-/Verarbeitungsregeln für mehrere HS-Kapitel, wie z. B. die Streichung kumulativer Anforderungen, niedrigere Schwellenwerte für die lokale Wertschöpfung, Ergänzung weiterer alternativer Ursprungsregeln (z. B. chemische Reaktionen können Ursprung begründen)
  • Gleitender Durchschnittspreis: Der Wert der Vormaterialien ohne Ursprungseigenschaft kann bei mehreren Zulieferungen anhand von Durchschnittspreisen über einen gleitenden Zeitraum berechnet werden. Dadurch können z. B. ursprungsschädliche Schwankungen bei Einkaufspreisen und Wechselkursen ausgeglichen werden.
  • Toleranz bei Positionswechsel: Die Schwellenwerte für die Verwendung von Vormaterialien oder Komponenten ohne Ursprungseigenschaft werden für Industrieerzeugnisse von 10 auf 15 Prozent des Ab-Werk-Preises und für Agrarerzeugnisse von 10 auf 15 Prozent des Nettogewichts angehoben.
  • Buchmäßige Trennung: Nach den bisherigen Vorschriften konnten die Zollbehörden eine buchmäßige Trennung genehmigen, wenn "erhebliche Kosten oder wesentliche Schwierigkeiten bei der getrennten Lagerung auftreten". Die geänderte Regelung (Art. 12) sieht vor, dass die Zollbehörden eine Genehmigung für die buchmäßige Trennung erteilen, "wenn fungible (austauschbare) Materialien verwendet werden". D. h.: Der Exporteur muss bei der Beantragung einer Genehmigung zur buchmäßigen Trennung nicht mehr begründen, dass die getrennte Lagerung erhebliche Kosten verursacht oder zu erheblichen Schwierigkeiten führt. Es reicht aus, darauf hinzuweisen, dass fungible (austauschbare) Materialien verwendet werden. Die neuen Regeln enthalten außerdem nicht mehr den Ausschluss für Textilien.
  • Duty Draw Back: Möglichkeit der Zollrückvergütung für die meisten Erzeugnisse
  • Volle Kumulierung: Für die meisten Erzeugnisse können künftige auch Be- oder Verarbeitungsschritte bei der Kumulierung berücksichtigt werden, die für sich genommen keinen Präferenzursprung begründen (Wertschöpfungsanteile).
  • Nichtmanipulation statt Direktbeförderung: Nach dem Prinzip der Nichtmanipulation können Erzeugnisse, die durch andere Gebiete befördert werden, ihren Präferenzstatus auch dann behalten, wenn diese in Teilsendungen aufgeteilt werden. Dies trägt dem Trend hin zu regionalen Distributionszentren Rechnung.
  • Gültigkeitsdauer für Präferenznachweise: verlängert von 4 auf 10 Monate
  • EUR-MED / Erklärung zum Ursprung (REX): Die EUR-MED und die Ursprungserklärung-MED entfallen. Zudem kann die EUR.1 künftig durch von registrierten Ausführern (REX) abgegebene Erklärungen zum Ursprung (EzU) ersetzt werden, sofern die übrigen PEM-Länder dem zustimmen.
  • Elektronische Erstellung und Austausch von Präferenzdokumenten wird ermöglicht
Parallele Anwendung der alten und neuen PEM-Ursprungsregeln / Durchlässigkeit:
Da nicht alle PEM-Länder den neuen Ursprungsregeln zugestimmt haben, werden übergangsweise sowohl die alten als auch die neuen PEM-Ursprungsregelsysteme parallel anwendbar sein. Die Unternehmen können zwischen beiden Systemen frei wählen, und zwar sendungsbezogen. 

Entsprechend wird es übergangsweise zwei parallele Kumulierungszonen geben.

Obwohl die neuen, flexibleren Übergangsursprungsregeln laut EU-Kommission die alten, strengeren Ursprungsregeln zu 99 Prozent automatisch mit erfüllen, ist eine Durchlässigkeit ("permeability") zwischen dem alten Ursprungsregelsystem ("PEM 1.0") und dem neuen Ursprungsregelsystem ("PEM 2.0") nach derzeitigem Stand nicht vorgesehen. Das bedeutet: Eine automatische Verwendung von "PEM 1.0"-Nachweisen bei Präferenzkalkulationen für Export- oder Kumulierungszwecke im Rahmen der neuen "PEM 2.0"-Regeln ist nicht möglich.

Stattdessen ist vorgesehen, dass Exporteure die Anwendung der neuen Übergangsregeln explizit auf den Präferenzdokumenten (EUR.1, EzU, Ursprungserklärung) mit dem Zusatz "transitional rules" bzw. "gemäß den Übergangsregeln" vermerken müssen. Dies bedeutet in der Konsequenz auch, dass Exporteure bei ihren EU-Zulieferern (Langzeit-) Lieferantenerklärungen anfordern müssen, die ebenfalls einen solchen expliziten Zusatzvermerk je nach PEM-Land aufweisen. Sollen alte PEM 1.0-Nachweise für Kalkulationszwecke im Rahmen des neuen PEM 2.0-Systems genutzt werden, können diese rückwirkend mit dem o. g. Zusatzvermerk beim Zulieferer angefordert und neu ausgefertigt werden. Bedingung: die im alten Nachweis beschriebenen Waren erfüllen auch die neuen PEM-Ursprungsregeln.

Der DIHK hat sich in den vergangenen Monaten wiederholt gegen diese bürokratische Vorgehensweise ausgesprochen. Da die alten Regeln zu 99 Prozent immer eine Teilmenge der neuen Regeln bilden, sollten alte Ursprungsnachweise ("PEM 1.0") bei Präferenzkalkulationen für "PEM 2.0"-Ursprünge automatisch als Vormaterialien mit Ursprung (VmU) anerkannt werden - ohne expliziten Zusatzvermerk.
Die EU-Kommission beabsichtigt, Ende August 2021 ein Guidance-Papier zu den neuen PEM-Übergangsursprungregeln ("transitional rules") für Unternehmen zu veröffentlichen, einschließlich entsprechender Hinweise zur parallelen Anwendung der neuen und alten Regeln sowie zum Aspekt der (Nicht-) Durchlässigkeit.   

Teilnehmer: 
20 der derzeit 23 Vertragsparteien des PEM-Abkommens beabsichtigen, die modernisierten Übergangsursprungsregeln anzuwenden. Dies sind die EU, die EFTA-Länder (Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein), Färöer, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Palästinensische Gebiete, Türkei, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien, Montenegro, Serbien, Kosovo und Moldau. Tunesien hat nach Auskunft der EU-Kommission kürzlich seine Absicht zur Teilnahme erklärt. Drei Länder beteiligen sich nicht an den neuen Regeln: Marokko, Algerien und Syrien.
EU-seitig wurden die erforderlichen Vorkehrungen zur geplanten Anwendung ab dem 01.09.2021 bereits am 07.12.2020 getroffen (siehe hierzu die entsprechenden Beschlüsse des europäischen Rates im ). Auf Seiten der übrigen PEM-Mitglieder liegt formal bislang nur die Bestätigung von Jordanien vom 15.04.2021 vor (siehe EU-Amtsblatt L 164 vom 10.05.2021).

Zeithorizont Ratifizierungsprozess: 
Die Anwendbarkeit der neuen Ursprungsregeln wird bis zum 01.09.2021 nur mit einigen der 23 PEM-Länder möglich sein. Bzgl. des Ratifizierungsprozesses der revidierten Ursprungsprotokolle durch die PEM-Länder hat die EU-Kommission dem DIHK kürzlich folgenden unverbindlichen Erwartungsstand mitgeteilt:
  • Jordanien, Färöer, EFTA-Länder: Ratifizierung ist erfolgt; anwendbar ab 01.09.2021
  • Westbalkan-Länder, Moldau, Georgien: Ratifizierung und Anwendbarkeit ab  01.09.2021 bzw. ab Oktober/November 2021 wahrscheinlich
  • Türkei, Israel, Libanon, Palästinensische Gebiete: Ratifizierung wird sich verzögern
  • Ägypten, Ukraine: keine Informationen, wann eine Ratifizierung erfolgen wird
  • Tunesien: hat seine Bereitschaft zur Ratifizierung erstmals im Frühsommer 2021 erklärt
Die EU hofft, dass bis Ende 2021/Anfang 2022 alle teilnehmenden PEM-Länder die neuen Ursprungsregeln ratifizieren werden. Darüber hinaus bleibt es erklärtes Ziel der EU, auch Algerien und Marokko zur Übernahme der neuen Regeln zu bewegen, um die alten Regeln vollständig abzulösen. 

Diagonale Kumulierung: 
Abgesehen von der Ratifizierung der neuen Ursprungsprotokolle im bilateralen Verhältnis mit der EU steht auch die Ratifizierung der neuen Ursprungsregeln der PEM-Länder untereinander an. Nur dann ist zusätzlich zur bilateralen Kumulierung auch die diagonale Kumulierung in der PEM-Zone möglich. Aufgrund der parallelen Anwendbarkeit der alten und neuen PEM-Ursprungsregeln wird es übergangsweise zwei Matrizen für Kumulierungszwecke nach alten und nach neuen PEM-Ursprungsregeln geben. Die EU-Kommission beabsichtigt, die Matrizen Ende Oktober 2021 zu veröffentlichen.

Quelle: DIHK

Kontakt

Referentin Zoll- und Außenwirtschaftsrecht

Susanne Leszkiewicz

Telefon: 0351 2802-175
docID: D113121