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Saudi-Arabien: Einfuhrbestimmungen für Nahrungsmittel

Internationales Geschäft | 26.03.2021

Am 1. Juli 2021 treten neue Anforderungen für die Lebensmittelhygiene in Kraft. Welche Einfuhrbestimmungen für Nahrungsmittel sind außerdem zu beachten?

Zuständigkeit und allgemeine Bestimmungen

Die Sicherheit und Qualität von Lebensmitteln zu gewährleisten, ist Aufgabe der saudi-arabischen Lebensmittel- und Medikamentenbehörde (Saudi Food and Drug Authority - SFDA). Die Zuständigkeit dieser Behörde erstreckt sich auf Nahrungsmittel, Kosmetika, biologische und chemische Substanzen sowie pharmazeutische Produkte und medizinische Geräte.

Lebensmitteleinfuhren werden grundsätzlich an den Einfuhrzollstellen von SFDA-Kontrolleuren überprüft. Stimmt die Ware mit den saudi-arabischen oder entsprechenden GCC-Standards überein, wird sie abgefertigt. Bei der Warenkontrolle spielt nicht nur die Qualität der Ware, sondern auch die beiliegende Dokumentation eine Rolle. Mit dem Importeur sollte besprochen werden, ob eventuell Einfuhrverbote für Tiere aus bestimmten Ursprungsländern bestehen. Dies kann vor allem nach dem Auftreten von Tierseuchen der Fall sein.

Abgesehen von den allgemeinen Importvoraussetzungen der saudi-arabischen Zollbehörde gelten für die Einfuhr von Nahrungsmitteln grundsätzlich folgende Bestimmungen:
  • Importeure müssen bei der Saudi Food and Drug Authority (SFDA) gemeldet sein und ihre Produkte registriert haben.
  • Importierte Nahrungsmittel müssen den saudi-arabischen Nahrungsmittelvorschriften entsprechen.
  • Der Importeur muss im Handelsregister eingetragen sein. Der Wortlaut des Handelsregistereintrages muss explizit "Nahrungsmittelhandel" (Food Trade) beinhalten.
  • Die Handelsrechnung muss von einer deutschen Industrie- und Handelskammer beglaubigt sein.
  • ggf. Vorlage eines Ursprungszeugnisses
  • Halal-Zertifikat
Für die Einfuhr von Tieren, Tierprodukten und Schlachtabfällen sind außerdem folgende Dokumente erforderlich:
  • offizielles veterinärärztliches, in Deutschland ausgestelltes, Gesundheitszeugnis. Das Gesundheitszeugnis dient als Nachweis der erfolgten Untersuchung mit Befund über die Freiheit von Seuchen und ansteckenden Krankheiten,
  • evtl. ein Dioxinfreiheits- oder Radioaktivitätszertifikat.
​Zusätzliche Anforderungen bestehen für die Einfuhr von Sonderkost, neuartigen und gentechnisch veränderten Lebensmitteln sowie Säuglingsmilchnahrung.
Mustersendungen von Lebensmitteln können ebenfalls kontrolliert werden. Sie unterliegen jedoch nicht den Vorschriften zur Etikettierung und Haltbarkeit. Eine Handelsrechnung mit der Angabe, dass die Waren nicht für den Verkauf bestimmt sind und dass sie keinen Handelswert haben ("Not For Sale - No Commercial Value"), wird im Allgemeinen verlangt.

Alle wichtigen Informationen zur Einfuhr von Nahrungsmitteln sowie Muster der erforderlichen Gesundheitszertifikate hat SFDA in der Broschüre 'Conditions and Requirements for Importing Food to KSA' zusammengefasst. Die neuen Anforderungen der Lebensmittelhygiene, die zum 1. Juli 2021 in Kraft treten, sind in der Broschüre 'Food Hygiene Requirements' zu finden. Die Vorgaben müssen alle Betriebe erfüllen, die Lebensmittel nach Saudi-Arabien exportieren.

Pflanzen und Pflanzenprodukte

Alle Pflanzen und Pflanzenprodukte bedürfen bei der Einfuhr der Vorlage eines im Ursprungsland der Ware offiziell ausgestellten Pflanzengesundheitserzeugnisses, engl. "phytosanitary certificate". Bei Pflanzen oder Waren aus pflanzlichen Bestandteilen, die zuvor aus einem Drittland (Nicht-EU-Land) unter Verwendung eines Pflanzengesundheitszeugnisses eingeführt wurden, benötigt man ein Re-Export-Pflanzenschutzzeugnis, engl.: "phytosanitary re-export certificate". 
Fragen im Zusammenhang mit Pflanzengesundheit sowie Kontakte zu den verantwortlichen Stellen und eine Liste der amtlichen Pflanzenschutzstellen in Deutschland finden Sie unter anderem im Internet unter dem Link des Julius Kühn Instituts.

Halal-Zertifizierung

Bei Einfuhren von Fleisch, Geflügel und daraus hergestellten Waren muss ein Halal-Zertifikat vorgelegt werden. Die Prüfung und anschließende Zertifizierung sollen die Einhaltung der islamischen Reinheits- und Speisegebote während des gesamten Produktionsprozesses nachweisen. Das arabische Wort "halal" bedeutet "zulässig" oder "erlaubt". Beispielsweise dürfen Lebensmittel weder Alkohol noch Schweinefleisch noch Tierblut oder Erzeugnisse daraus enthalten.
Auch die Einfuhr anderer Lebensmittel mit Inhaltsstoffen tierischen Ursprungs, zum Beispiel Gelatine in Gummibärchen oder im Joghurt ist grundsätzlich nicht erlaubt, wenn kein Halal-Zertifikat vorgelegt wird. Ebenso kann für andere Lebensmittel und bestimmte chemische Produkte vom Importeur ein solches Zertifikat verlangt werden. Wird es nicht verlangt, empfiehlt es sich dennoch, Lebensmittel, Kosmetika und Medikamenten die Bescheinigung beizulegen und ein Halal-Siegel an der Verpackung anzubringen. Dies führt zur höheren Akzeptanz der Produkte.

Vor dem Export sollte immer geklärt werden, ob das Zertifizierungsunternehmen eine gültige Akkreditierung des entsprechenden Ministeriums oder Instituts in Saudi-Arabien besitzt, da grundsätzlich nur Zertifikate von akkreditierten Unternehmen akzeptiert werden. Für das Thema Halal ist das Saudi Halal Center der SFDA zuständig. 

Quelle: GTAI

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