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Brexit: Handlungsempfehlung für Ursprungszeugnisse und deren Vornachweise

Internationales Geschäft, Brexit | 18.01.2021

Die im Austrittsabkommen zwischen dem Vereinigten Königreich (VK) und der Europäischen Union (EU) festgelegte Übergangsphase endete zum 31. Dezember 2020. Damit gilt das VK als Drittland. Gleichzeitig wurde zum 1. Januar 2021 das Handels- und Kooperationsübereinkommen ("Trade and Cooperation Agreement" = TCA) geschlossen, welches vorläufig zwischen der EU und dem VK angewendet wird. Dadurch ergeben sich zum  1. Januar 2021 folgende wesentliche Anpassungen bei der Ausstellung von Ursprungszeugnissen (UZ) und deren Vornachweisen.  

Ursprungsangabe im Feld 3 des UZ:
In Ursprungszeugnissen ist, wie bereits in der Übergangphase empfohlen, der nationale Ursprung "Vereinigtes Königreich" oder der ISO-Alpha-2-Ländercode "GB", ohne Klammerzusatz "Europäische Union", zu verwenden. Die ausschließliche Angabe "Europäische Union" entfällt.  

Ursprungsnachweise aus dem Vereinigten Königreich bzw. mit Ursprungland "Vereinigtes Königreich":

1. Ursprungszeugnis - mit Bescheinigung der zuständigen IHK/Stelle/Behörde
  • Ausstellung im VK: Vordruck mit Schriftzug "United Kingdom" verwenden
  • Ausstellung in der EU: Vordruck mit Schriftzug "Europäische Union" bzw. "European Union" verwenden
2. (Langzeit-) Erklärung-IHK für den nichtpräferenziellen Ursprung gemäß Artikel 59 - 61 Zollkodex der Union (UZK)
  • mit Bescheinigung der zuständigen IHK/Stelle/Behörde
  • Ausnahmeregelung innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr ab dem Ende der Übergangsphase, also beginnend zum 1. Januar 2021: Demnach kann bei ausgewiesenem Ursprung "Vereinigtes Königreich" und/oder "EU" und/oder eines der 27 EU-Mitgliedsstaaten die Erklärung auch ohne Bescheinigung einer zuständigen Behörde/Stelle/IHK anerkannt werden.
3. Herstellererklärung
  • mit Bescheinigung der zuständigen IHK/Stelle/Behörde
  • Ausnahmeregelung innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr ab dem Ende der Übergangsphase, also beginnend zum 1. Januar 2021: Demnach kann bei ausgewiesenem Ursprung "Vereinigtes Königreich" und/oder "EU" und/oder eines der 27 EU-Mitgliedsstaaten die Erklärung auch ohne Bescheinigung einer zuständigen Behörde/Stelle/IHK anerkannt werden.
4. Geschäftspapier mit eindeutiger Ursprungsangabe - mit Bescheinigung der zuständigen IHK/Stelle/Behörde

5. Präferenznachweise
  • Erklärung zum Ursprung (EzU) auf Handelsdokumenten gemäß TCA EU-VK - mit Angabe der britischen EORI-Nummer, unabhängig vom Warenwert
  • (Langzeit-)Lieferantenerklärung gemäß UZK-IA Anhang 22-15 oder 22-16:
    • nur, wenn der Lieferant innerhalb eines der 27 EU-Mitgliedsstaaten ansässig ist und es sich um britische Ursprungserzeugnisse handelt
    • im VK nach dem 31. Dezember 2020 erstellte Lieferantenerklärungen können nicht mehr anerkannt werden
Die vorstehenden Nachweismöglichkeiten finden auf Nordirland in gleicher Weise Anwendung wie auf das übrige VK.  

Quelle: DIHK

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