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Meldung

WEG-Reform tritt am 1. Dezember in Kraft

Dienstleistungen | 27.10.2020

Das "Gesetz zur Förderung der Elektromobilität und zur Modernisierung des Wohnungseigentumsgesetzes und zur Änderung von kosten- und grundbuchrechtlichen Vorschriften (Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz -WEMoG)" enthält zahlreiche und deutliche Veränderungen für Verwalter und Wohnungseigentümer. Nachdem der Bundesrat am 9. Oktober 2020 die Änderungen beschlossen hatte, sind diese nun am 22. Oktober 2020 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden.

Die IHK Dresden erreichten in den letzten Tagen vor allem Fragen zur neuen Sachkundeprüfung für Verwalter und zum "Zertifizierten Verwalter".

Was ist ein zertifizierter Verwalter?
Im § 26a Absatz 1 des WEMoG heißt es: "Als zertifizierter Verwalter darf sich bezeichnen, wer vor einer Industrie- und Handelskammer durch eine Prüfung nachgewiesen hat, dass er über die für die Tätigkeit als Verwalter notwendigen rechtlichen, kaufmännischen und technischen Kenntnisse verfügt."

Wann kann ich die Sachkundeprüfung ablegen?
Dieses Recht kann frühestens ab 1. Dezember 2022 geltend gemacht werden (§ 48 Absatz 4 Satz 1 WEMoG). Das ist die Übergangszeit, die die IHKs haben, diese Sachkundeprüfung aufzubauen.

Grundlage für diese Sachkundeprüfung wird eine noch zu erlassende Rechtsverordnung gemäß § 26a Absatz 2 WEMoG sein, in welcher festgelegt werden kann:
  1. nähere Bestimmungen zu Inhalt und Verfahren der Prüfung;
  2. Bestimmungen über das zu erteilende Zertifikat;
  3. Voraussetzungen, unter denen sich juristische Personen und Personengesellschaften als zertifizierte Verwalter bezeichnen dürfen;
  4. Bestimmungen, wonach Personen aufgrund anderweitiger Qualifikationen von der Prüfung befreit sind, insbesondere weil sie die Befähigung zum Richteramt, einen Hochschulabschluss mit immobilienwirtschaftlichem Schwerpunkt, eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Immobilienkaufmann oder zur Immobilienkauffrau oder einen vergleichbaren Berufsabschluss besitzen.
Hier ist noch kein Entwurf veröffentlicht. Aus diesem Grund ist es uns auch nicht möglich, zum jetzigen Zeitpunkt nähere Angaben zur Ausgestaltung der Sachkundeprüfung zu machen.

Welche Übergangszeit hat ein jetzt tätiger Verwalter,wenn die WEG einen zertifizierten Verwalter verlangt?
Grundsätzlich gilt nach § 48 Absatz 4  Satz 2 WEMoG jeder Verwalter, welcher am 1.12.2020 Verwalter einer Gemeinschaft der Wohnungseigentümer war, bis zum 1. Juni 2024 als zertifizierter Verwalter.

Gibt es Ausnahmen, wo eine WEG einen zertifizierten Verwalter verlangen kann? § 19 Absatz 6 WEMoG
Zur ordnungsmäßigen Verwaltung gehört u.a. die Bestellung eines zertifizierten Verwalters nach § 26a, es sei denn, es bestehen weniger als neun Sondereigentumsrechte, ein Wohnungseigentümer wurde zum Verwalter bestellt und weniger als ein Drittel der Wohnungseigentümer (§ 25 Absatz 2) verlangt die Bestellung eines zertifizierten Verwalters.

Muss ich die Sachkundeprüfung ablegen um ein "Zertifizierter Verwalter" zu sein? Welche Konsequenzen hat eine "Nichtzertifizierung"?
Zitat aus der Gesetzesbegründung ab Seite 44: "Damit soll jedem Wohnungseigentümer ein Anspruch darauf eingeräumt werden, dass ein solcher Verwalter bestellt wird. Das lässt die Möglichkeit unberührt, dass mit einem Verwalter, der nicht über ein Zertifikat verfügt, aber das Vertrauen aller Wohnungseigentümer besitzt, weiterhin zusammengearbeitet wird."
"Die Zertifizierung ist insbesondere keine Voraussetzung für die Erteilung der Erlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung. Die Tätigkeit als Verwalter ist deshalb auch dann gewerberechtlich zulässig, wenn der Verwalter über kein Zertifikat verfügt."

Muss ich mich trotzdem weiterbilden?
Die Weiterbildungspflicht gemäß § 34c Absatz 2a, 20 Stunden innerhalb eines Zeitraums von drei Kalenderjahren, bleibt davon unberührt und ist auch weiterhin zu erbringen.

Ansprechpartner

Grit Lehmann
Telefon: 0351 2802-146
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