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Wirtschaft erholt sich mühsam, Unsicherheit durch Corona weiterhin groß

Konjunktur und Statistik | 27.10.2020

Das laufende Jahr brachte mit seinen Einschränkungen herbe Einbrüche bei Umsätzen und Auftragseingängen in nahezu allen Branchen mit sich, von denen sich die meisten Unternehmen nur mühsam erholen. Die Geschäftslageeinschätzungen der Gesamtwirtschaft im Kammerbezirk bei der diesjährigen Herbst-Konjunkturumfrage der IHK Dresden verbessern sich deshalb zwar spürbar im Vergleich zum Frühjahr, erreichen aber noch nicht die Vor-Coronakrisen-Werte. Die Wirtschaftsbereiche waren vom Lockdown im Frühjahr verschieden stark betroffen und auch die aktuellen Einschränkungen und Krisen-Nachwirkungen berühren die Branchen unterschiedlich, gerade vor dem Hintergrund wieder stark ansteigender Infektionszahlen. Während Industrie, Verkehrsgewerbe und Tourismus die Lage unterdurchschnittlich bewerten, sind die Beurteilungen bei Bauwirtschaft, Dienstleistern und Handel besser als in der Gesamtschau.

Diese Gegenbewegung zur Entwicklung vom Frühjahr ist auch bei den Geschäftserwartungen zu verzeichnen. Waren noch im Frühjahr 59 Prozent von einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Zukunft überzeugt, halbiert sich dieser Anteil derzeit auf 28 Prozent. Ins Verhältnis gesetzt mit den positiven Ausblicken ergibt sich ein Erwartungssaldo von -12 Prozentpunkten (Frühjahr: -46). Dieser Wert ist zwar negativ, entspricht aber fast dem Wert vom letzten Herbst und ruft damit in Erinnerung, dass auch vor Corona vor einem Jahr die Konjunktur schon im Abflauen begriffen war. Dabei ist der Ausblick in der Industrie, bei den Dienstleistern, und dem Handel vergleichsweise gut, aber bei der Bauwirtschaft, dem Verkehrsgewerbe und vor allem im Bereich Tourismus deutlich schlechter als bei der Gesamtwirtschaft.

Seit Beginn der Coronakrise ist die Inlandsnachfrage das Hauptgeschäftsrisiko, dessen Wahrnehmung sich allerdings im Vergleich zum Frühjahr etwas abgeschwächt hat. Der Fachkräftemangel hat seit der letzten Erhebung wieder an Bedeutung gewonnen, ebenso die Befürchtungen zu den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, welche, obwohl nicht explizit befragt, ganz überwiegend mit den Wirkungen/Einschränkungen durch Corona in Zusammenhang gebracht werden. In der Industrie spielen Befürchtungen zur Auslandnachfrage eine große Rolle, fast die Hälfte der Unternehmen dieses Bereiches (46 Prozent) sehen hier zukünftig Probleme.

Das Investitionsengagement ist weiterhin verhalten, mehr als die Hälfte der Unternehmen plant keine oder abnehmende investive Ausgaben. In der Zeit des Lockdown waren es jedoch noch mehr als zwei Drittel. Die Mehrzahl der Betriebe konnte u. a. dank großzügiger Kurzarbeitsregelungen bisher auch während der Coronakrise die Zahl der Beschäftigten konstant halten. 30 Prozent verzeichnen jedoch eine verringerte Mitarbeiterzahl, denen nur 16 Prozent mit erhöhten Beschäftigtenzahlen gegenüberstehen. Für die kommenden zwölf Monate dürfte sich diese Entwicklung wieder etwas verbessern.

Der IHK-Geschäftsklimaindex, der im Frühjahr von 117 auf 66 abgestürzt war, steigt nun spürbar auf 104 an - eine deutliche Verbesserung, auch wenn der Vorkrisenwert um 13 Punkte verfehlt wird. Die Werte resultieren aus den Ergebnisse der Konjunkturumfrage im IHK-Bezirk Dresden unter 640 Unternehmen der Industrie, der Bauwirtschaft, des Handels, des Dienstleistungsgewerbes, des Verkehrs und der Tourismuswirtschaft mit insgesamt über 27.000 Beschäftigten.

Gesamtausgabe der Broschüre 'Konjunkturbericht Kammerbezirk Dresden - Herbst 2020'

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