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Sachsen unterstützt tschechische und polnische Pendler

Verkehr, Coronavirus | 27.03.2020

Der Freistaat Sachsen stellt jedem Pendler, welcher aus Tschechien oder Polen nach Sachsen einpendelt, und im medizinischen Bereich oder in der Pflege arbeitet (sowie im dazugehörigen Bereichen, z.B. Küche in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, Wäschereien) pro Nacht einen Zuschuss von 40 Euro zur Verfügung. Enge Familienangehörige, wie Kinder, werden mit 20 Euro unterstützt. Diese Regelung gilt seit dem 26. März und ist vorerst befristet für drei Monate.

Momentan gelten strenge Grenzregelungen in der Tschechischen Republik für tägliche Berufspendler. Wer in den Nachbarstaaten Tschechiens arbeitet, steht vor der Wahl, entweder in Tschechien zu bleiben oder sich für mehrere (mindestens drei) Wochen im Ausland eine Unterkunft suchen, da ansonsten eine 14-tägige Quarantäne verhängt wird. Polen will eine ähnliche Regelung ab dem Wochenende einführen.

Die tschechische Regierung schloss zwar Pendler, die in der Medizin und Pflege tätig sind, aus ihren Beschränkungen aus. Dennoch hält Sachsen sein Angebot für betroffene tschechische Staatsbürger aufrecht. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass nicht doch andere Regelungen seitens der tschechischen Regierung erlassen werden und auch die Sorge der tschechischen Pendler groß ist.

Zum Verfahren: 
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Tschechien oder Polen, die nach Sachsen einpendeln und im medizinischen Bereich oder in der Pflege tätig sind, melden ihren Bedarf bei ihrem Arbeitgeber an.
Der Arbeitgeber meldet ab Wochenbeginn die Bedarfe bei der Landesdirektion Sachsen an. Entsprechende Formulare stehen dann dort - auch online - in deutscher, tschechischer und polnischer Sprache zur Verfügung. Arbeitnehmern die bereits ab 26. März eine Unterkunft in Anspruch nehmen, entsteht kein Nachteil - der Zuschuss von 40/20 Euro wird nachgezahlt. Die Kommunen werden gebeten, bei der Kinderbetreuung im Rahmen der Notfallbetreuung und bei der Organisation geeigneter Unterkünfte mitzuwirken. Bei Letzterem unterstützen die regionalen Tourismusverbände bei Bedarf gern.

Landesdirektion Sachsen: www.lds.sachsen.de  

Das deutsche Bundesinnenministerium hat derweil seinen gestern erlassenen Einreisestopp für ausländische Erntehelfer entschärft! Polen und Tschechen dürfen zur Ernte aus deutscher Sicht weiter einreisen. So sie das tun, fallen sie allerdings nicht unter die o.g. Unterstützungen, da sie kein medizinisches Personal sind. Bei Rückreise nach Tschechien müssen sie sich 14 Tage in Quarantäne begeben.
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