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Mögliche Nachteile für Verkehrsunternehmen durch 365-Euro-Jahrestickets

Verkehr | 10.02.2020

Im Rahmen des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung werden dem Bundesverkehrsministerium (BMVI) zusätzliche Mittel für die Erreichung der Klimaziele im Verkehrsbereich zur Verfügung gestellt.
Mit diesen Geldern sollen unter anderen 10 Modellprojekte zur Stärkung des ÖPNV, zum Beispiel für die Einführung von 365-Euro-Jahrestickets, finanziert werden. Auch die von der Landeshauptstadt Dresden erhofften Effekte sind positive Auswirkungen auf Luftreinhaltung, Klimaschutz und Lebensqualität in den Städten, verbunden mit weniger Verkehrsunfällen.

Höhere Fahrgastzahlen in den öffentlichen Verkehrsmitteln sorgen jedoch auch für höhere Kosten für den laufenden Betrieb sowie den Erhalt und Ausbau des ÖPNV-Systems. Fallen durch günstige 365-Euro-Tickets Fahrgeldeinnahmen weg, müssen die Kosten kompensiert werden - durch Steuermittel.

Laut eines aktuellen Positionspapiers des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) bergen subventionierte Tarifsenkungen im ÖPNV die Gefahr, dass die dadurch entstehenden Einkommensverluste später bei der Angebotsentwicklung eingespart werden müssten.

Wenn überhaupt würden Preissenkungen erst in einem ganzheitlichen Gesamtkonzept aus Push-und-Pull-Maßnahmen, das auch effektive flankierende Anreize zur Verkehrsvermeidung im MIV umfasst, nachhaltige Positiveffekte erzielen, so der VDV.

Ergänzend ist anzumerken, dass derartige Programme auch im ländlichen Raum nicht uneingeschränkt positiv gesehen werden. Die dort unabdingbare individuelle Mobilität soll mit dem Klimapaket generell verteuert werden. Maßnahmen wie das 365-Euro- Ticket bringen punktuellen Ausgleich jedoch nur dort, wo eine tragfähige ÖPNV-Infrastruktur vorhanden ist, beziehungsweise wirtschaftlich vertretbar eingerichtet werden könnte.
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