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Indonesien: Strafzölle auf Milch aus der Europäischen Union

Internationales Geschäft | 21.08.2019

Indonesien hebt ab September 2019 Importzölle auf Milchprodukte aus der Europäischen Union (EU) auf 20 bis 25 Prozent an. Bisher liegen sie im einstelligen Bereich. Anfang August waren indonesische Milchproduzenten und -importeure kurzfristig ins Handelsministerium bestellt worden, wo sie über diese Maßnahme informiert wurden. Teilnehmer berichten, dass vor allem Milchimporte aus Deutschland und Frankreich zurückgedrängt werden sollen. Außerdem hat die indonesische Regierung verlauten lassen, dass der Handel mit der EU zugunsten anderer Länder erschwert werden solle.

Die Zollanhebung ist eine Reaktion auf die am 26. Juli 2019 von der EU verkündeten vorläufigen Antidumpingzölle von 8 bis 18 Prozent auf Biodiesel aus Indonesien. Diese werden umgehend verhängt, werden aber bis Dezember auf ihre Rechtmäßigkeit überprüft. Indonesien war vorgeworfen worden, den Export von Biodiesel mit staatlichen Hilfen unerlaubt zu subventionieren. Der Inselstaat hatte seine wertmäßigen Lieferungen von Biodiesel in die EU von 25.000 Tonnen 2017 auf 785.000 Tonnen 2018 mehr als verdreißigfacht.

Zwischen der EU und Indonesien schwelt ein Streit um Lieferungen von aus Palmöl gewonnenem Biodiesel. Dessen Einsatz soll - beginnend im Jahr 2024 - bis 2030 schrittweise verboten werden. Hintergrund ist, dass der Flächenverbrauch der Palmölpantagen nicht mehr auf die Klimaschutzziele der EU angerechnet werden soll. Palmöl selbst ist davon nicht betroffen.

Größte Gefahr ist, dass sich der Handelsstreit mit der EU, wie von indonesischer Seite nun angedroht, auf andere Branchen ausweitet. In vielen Technologiebereichen könnte neben Japan oder Südkorea auch China als Lieferant einspringen. Aus der Volksrepublik kommen mittlerweile knapp ein Viertel aller Importe Indonesiens - Tendenz steigend.

Quelle: GTAI

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