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Zwei neue Handelsabkommen für die EU: Mercosur und Vietnam

Internationales Geschäft | 24.07.2019

Einigung von EU und Mercosur
Die EU und die vier Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) haben sich am 28.06.2019 nach zwanzigjährigen Verhandlungen im Grundsatz auf den Abschluss auf ein Handelsabkommen geeinigt. Bevor es jedoch in Kraft treten kann, muss es in den Details von beiden Verhandlungsdelegationen ausverhandelt, rechtlich geprüft und in alle Amtssprachen der EU übersetzt werden, damit es dem Rat und dem Europäischen Parlament zur Genehmigung vorgelegt werden kann.
Das Abkommen ist für beide Seiten sehr vorteilhaft, da es einen gemeinsamen Markt von 780 Millionen Menschen schafft. Zu einem ist die EU der wichtigste große Partner für die Mercosur Staaten und zum anderem verschafft das Abkommen den europäischen Unternehmen einen ökonomischen Vorteil auf einem Markt mit großem wirtschaftlichem Potenzial.
Die Einigung schafft Zölle in wichtigen Exportsektoren der EU ab und vereinfacht die Zoll- und Konformitätsverfahren. Dadurch sparen sich europäische Unternehmen Zölle in Höhe von vier Milliarden Euro pro Jahr.
Die wichtigsten Vorteile für EU-Unternehmen sind:
  • Abbau von Zöllen
  • Vereinfachung der Zoll- und Konformitätsverfahren
  • Verkauf von Dienstleistungen und Gründung einer gewerblichen Niederlassung
  • Zugang zu öffentlichen Aufträgen
  • Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen dank einer neuen Online Plattform mit Informationen über Marktanforderungen und Zollvergünstigungen.
Durch das Handelsabkommen werden die strengen EU-Standards für Lebensmittelsicherheit gewahrt und 357 geografische Angaben von europäischen Lebensmitteln wie z. B. Münchener Bier, Parmaschinken oder Tiroler Speck vor Fälschung geschützt.
Weitere Informationen zum Mercosurabkommen finden Sie auf der Webseite der EU-Kommission.

Vietnam und EU schließen Handelsabkommen
Die EU hat noch ein weiteres wichtiges Handelsabkommen unterzeichnet. Es ist das umfassendste Handelsabkommen der EU mit einem Schwellenland, das jemals abgeschlossen wurde. Das EU-Parlament und das Parlament in Hanoi müssen diesem noch zustimmen, bevor es in Kraft treten kann.
Vietnam ist nach Singapur der größte Handelspartner der EU im Verband der Südostasiatischen Nationen (Association of Southeast Asian Nations, ASEAN) und stellt eine dynamische und vielversprechende Volkswirtschaft mit mehr als 95 Millionen Verbrauchern dar. Beide Seiten werden vom Abkommen erheblich profitieren können. Dieses ist vor allem für Deutschland interessant, da 33 Prozent aller EU-Exporte nach Vietnam deutscher Herkunft sind.
Das Abkommen beseitigt 99 % der Einfuhrzölle. Vietnam wird mit Eintreten des Abkommens 69 % der Zölle auf EU-Waren abschaffen und die restlichen Zölle in einem Zeitraum von 10 Jahren streichen. Im Gegenzug wird die EU bei Eintritt des Abkommens 71 % der Zölle auf vietnamesische Einfuhren abschaffen und innerhalb der nächsten 7 Jahre die restlichen Zölle beseitigen.
Neben der Liberalisierung des Handels mit Waren, Dienstleistungen und Investitionen beinhaltet das Abkommen unter anderem auch Regelungen zum Abbau von nicht-tarifären Handelshemmnissen, zum Schutz des geistigen Eigentums und der geographische Herkunftsbezeichnungen, zum Beschaffungswesen, zu Regulierungsfragen, zum Wettbewerb, und zur nachhaltigen Entwicklung.
Darüber hinaus wurde auch eine weitere institutionelle und rechtliche Zusammenarbeit zur Fortentwicklung des Partnerschafts- und Kooperationsabkommen zwischen der EU und Vietnam beschlossen. Diese beinhaltet eine stärkere Achtung der Menschenrechte, das Verbot von Kinderarbeit und eine Zusage zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens. Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sollen wesentliche Grundlagen der Beziehung zwischen der EU und Vietnam sein.
Mehr Informationen zum Abkommen mit Vietnam finden Sie auf der Webseite der Europäischen Kommission.

Beide Abkommen öffnen den europäischen Unternehmen große und wichtige Märkte, allerdings werden diese nicht nur positiv aufgefasst. Vor allem stehen die brasilianische Regierung unter Bolsonaro und der Arbeitnehmerschutz in Vietnam weiterhin stark unter Kritik.

‎Quelle: Pressemitteilung der Europäischen Kommission

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