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Wie der Handelsstreit USA-China deutsche Betriebe trifft

Internationales Geschäft | 06.08.2018

Dass der Handelsstreit zwischen den USA und China auch die in den beiden Ländern engagierten deutschen Unternehmen empfindlich belastet, belegt jetzt eine aktuelle Blitzumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Das Ausmaß der Konsequenzen für deutsche Betriebe sei "enorm", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier der Nachrichtenagentur Reuters zu den Ergebnissen der Befragung, an der sich im Juli 150 Mitgliedsunternehmen der Delegationen der Deutschen Wirtschaft in China und der Auslandshandelskammern (AHKs) in den USA beteiligt hatten.

"Von den neuen Zöllen ist knapp die Hälfte der Importe deutscher Unternehmen direkt oder indirekt betroffen, weil sie zum Beispiel Rohstoffe oder Bauteile aus dem jeweils anderen Land beziehen", so Treier. Allein in den USA sähen sich drei Viertel der deutschen Unternehmen von den US-Strafzöllen gegen Einfuhren aus China, aus der EU und anderen Ländern belastet.

"Einige Betriebe planen deshalb bereits Änderungen bei den verwendeten Vormaterialien ihrer Produkte oder erwägen, auf andere Zielmärkte auszuweichen", berichtete der DIHK-Außenwirtschaftschef. Jedes vierte der vom Handelskonflikt betroffenen Unternehmen gebe an, den Produktionsstandort USA überdenken zu wollen.

Treier erinnerte aber auch an den Hintergrund der US-Maßnahmen gegen China: Verstöße gegen geistige Eigentumsrechte und erzwungenen Technologietransfer. "Zwar sind diese Probleme auch für viele deutsche Unternehmen im Reich der Mitte nicht von der Hand zu weisen", räumte er ein, "doch lösen lassen sie sich nur mit Gesprächen auf Augenhöhe."

Der Appell des DIHK-Außenwirtschaftschefs: "Auch China und die USA sollten die Gespräche fortsetzen, um den Handelskonflikt beizulegen." Gleichzeitig sei eine Stärkung der Welthandelsorganisation WTO anzustreben - "mit dem Ziel, dass alle Beteiligten wieder die internationalen Regeln befolgen".

Ergebnisse der Umfrage 'Mögliche Auswirkungen des Handelskonflikts USA-China auf deutsche Unternehmen vor Ort' zum Download

Quelle: DIHK

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