IHK Dresden: Versicherungsvermittlerverordnung verabschiedet (Übersicht)

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Versicherungsvermittlerverordnung verabschiedet

Versicherungsvermittler | 11.07.2018

Das Bundeskabinett hat mit Beschluss vom 27. Juni 2018 die Versicherungsvermittlungsverordnung verabschiedet. Der neue Entwurf zeigt auf, wie noch offene Punkte der IDD-Umsetzung in Deutschland konkret ausgestaltet werden. Folgende Änderungen zum ursprünglichen Entwurf aus Oktober 2017 sind enthalten:
  1. Die Lernerfolgskontrolle bei der Weiterbildung wird nur noch beim Selbststudium gefordert, nicht bei Präsenzseminaren und anderen genannten Formen. Betriebsinterne Maßnahmen des Gewerbetreibenden sind ebenfalls möglich.
     
  2. Die Nachweise zur Weiterbildung müssen nicht mehr per Erklärung bis zum 31.01. bei der IHK vorgelegt werden. Vermittler müssen die Nachweise der Weiterbildung fünf Jahre archivieren, die IHK kann eine Erklärung gemäß Anlage 4 der VersVermV abfordern.
     
  3. Gestrichen wurde für 2018 die ursprünglich geplante Verkürzung der Weiterbildungsstunden auf 12,5 Stunden. Für 2018 müssen die vollen 15 Stunden Weiterbildung geleistet werden.
     
  4.  Versicherungsanlageprodukte sind in den Katalog der anrechnungsfähigen Inhalte für die Sachkundeprüfung/ Weiterbildung aufgenommen worden.
     
  5. Für die Qualität der Weiterbildung ist der Anbieter der Weiterbildung gemäß der Anlage 3 VersVermV verantwortlich. Spontane Treffen oder Besprechungen zählen nicht als Weiterbildungszeit.
     
  6. Ob ein internes Beschwerdemanagement eingerichtet werden muss, ist von der Größe des Unternehmens abhängig.
     
  7. Versicherungsvermittler muss am Schlichtungsverfahren teilnehmen.
     
  8. Gleichgestellt mit der Sachkundeprüfung werden nun alle Abschlüsse als Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen. Im Entwurf war dies noch auf die Fachrichtung Versicherung eingeschränkt worden. Zudem können nun auch Studienabsolventen Bank- und Finanzdienstleistungsorientierter Studiengänge mit einem Jahr Praxis im Versicherungsvertrieb anerkannt werden.
   
Keine inhaltlichen Änderungen zum ursprünglichen Referentenentwurf gab es bei der Erstinformation. Zukünftig müssen klare Angaben zur Vergütung (Art, woher und ob Zuwendungen enthalten sind; jedoch nicht zur Höhe) zu diesem Zeitpunkt gemacht werden.

Bevor die Versicherungsvermittlungsverordnung endgültig verabschiedet wird, dürfen sich weitere Gremien mit ihr befassen: Zuerst geht der Entwurf in den Bundestag, der sich ein Mitspracherecht eingeräumt hatte. Dafür hat er vier Wochen Zeit. Tut er das nicht, wird der Entwurf an den Bundesrat weitergeleitet. Mit einer Veröffentlichung und somit letztendlich Gesetz ist jedoch nicht vor Herbst 2018 zu rechnen.

Beschluss VersVermV 27.6.2018  

IHK-Veranstaltung: Versicherungstag 2018

Ansprechpartner

Grit Lehmann
Telefon: 0351 2802-146
docID: D94748