IHK Dresden - seit 1862 immer in Bewegung

Am 21. Juli 1862 - vor 150 Jahren - konstituierte sich als zweite Kammer im damaligen Sachsen die Handels- und Gewerbekammer in Dresden und wählte den Direktor der Dresdner Papierfabrik, Stadtrat Ernst Rülke, zu ihrem ersten Präsidenten. Kurz zuvor, am 9. Juli 1862, wurde die Handels- und Gewerbekammer in Zittau gegründet.

Die Gründung von Handels- und Gewerbekammern war eine Folge des von König Johann von Sachsen erlassenen sächsischen Gewerbegesetzes, in dem als Aufgabe dieser Kammern bestimmt war, "…dem Ministerium des Inneren und der Regierungsbehörde des Bezirkes als sachverständige Organe in Fragen zu dienen, welche Handel und Gewerbe des ganzen Landes oder des Bezirkes angehen". Weiterhin sollten die Kammern "… die Vertreter der gemeinschaftlichen Handels- und Gewerbeinteressen …" sein. Dieser Grundgedanke zieht sich wie ein roter Faden durch die wechselvolle Geschichte der heutigen Industrie- und Handelskammer Dresden, die geprägt wurde durch eine ebenso wechselvolle wirtschaftliche Entwicklung im Kammerbezirk sowie durch namhafte Unternehmerpersönlichkeiten.

Über viele "Kammergeschichten" wird im Verlaufe dieses Jahres zu berichten sein, aber auch darüber, wie die heutige Kammer sich in ihrer historischen Entwicklung und Verantwortung sieht. Die wirtschaftlichen und politischen Veränderungen unterwarfen die Bestimmungen zur Mitgliedschaft, zur Beitragszahlung und das Wahlrecht sowie die Aufgaben der Kammer ständigen Veränderungen. Die Abtrennung der Gewerbeabteilung und deren Verselbstständigung in der Handwerkskammer im Jahre 1902 sowie die erneute Zusammenführung zur Wirtschaftskammer im Jahre 1933 und spätere Zwangsvereinigung zur Gauwirtschaftskammer hinterließen ihre Spuren. Auch nach dem Krieg blieb die Geschichte wechselhaft. Der Bildung als Industrie- und Handelskammer Sachsen mit Bezirkswirtschaftskammern im Herbst 1945 folgte ein ständiger Verlust der Selbstständigkeit bis zur Eingliederung in die Räte der Bezirke. Anknüpfend an die historischen Traditionen und getragen durch das Engagement von Unternehmern nahm durch die Wahl einer Vollversammlung am 29. Mai 1990 erstmals auf dem Gebiet der ehemaligen DDR mit der IHK Dresden wieder eine Industrie- und Handelskammer ihre Tätigkeit auf. Als Einrichtung der wirtschaftlichen Selbstverwaltung sieht sie sich heute wie bei ihrer Gründung als Interessenvertreter der Kammerzugehörigen und mit diesem Anspruch auch als verlässlicher und seriöser Partner von Politik und Verwaltung im Kammerbezirk.