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Pressemitteilung

Konjunkturelles Stimmungshoch hält an + Fachkräftebedarf dominiert Geschäftsrisiken

Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage im Herbst 2017 für den Kammerbezirk Dresden

Nummer: 34 | 05.10.2017

Der konjunkturelle Schwung der Wirtschaft setzt sich auch im Herbst 2017 fort. Die Unternehmen sind weiter in Hochstimmung. In den meisten Wirtschaftsbereichen berichtet wiederum die Mehrzahl der Unternehmen über eine gute Geschäftslage. Eine "gute" Geschäftslage vermelden aktuell 64 % der Befragten (Frühjahr 57 %). Umgekehrt berichten 6 % über "schlechte" Geschäfte (Frühjahr 8 %). Die Geschäftserwartungen der Unternehmen bleiben für die nächsten Monate zwar optimistisch, geben aber aus saisonalen Gründen leicht nach. Bessere Geschäfte prognostizieren 20 % der Befragten (Frühjahr 21 %), 10 % rechnen mit einer ungünstigeren Entwicklung (Frühjahr 8 %), so das Fazit der Konjunkturumfrage der IHK Dresden im Herbst 2017, an der sich 480 Firmen aller Wirtschaftsbereiche mit rund 24.500 Beschäftigten beteiligten.

Die Branchen
Die Industriekonjunktur hat vor dem Hintergrund der positiven Auftrags- und Umsatzentwicklung wieder deutlich an Schwung gewonnen. Impulse kamen insbesondere aus dem Ausland, hier stiegen die Umsätze um 8,6 %, darunter in der Eurozone um 7,1 %. Damit ist die Industrie wieder auf dem Weg zur Konjunkturlokomotive im Kammerbezirk. 66 % der Industrieunternehmen berichten über eine gute Geschäftslage (Frühjahr 60 %), nur 6 % über schlechte Geschäfte (Frühjahr 5 %). Die Geschäftsprognosen sind weiter von Zuversicht bestimmt. Umsätze und Exporte zeigen wie die Personalentwicklung "nach oben". Allerdings bremst das Investitionsengagement im Inland nach wie vor eine stärkere Nachfrage. Sorgen macht auch die Diskussion um die Entwicklung des Dieselmotors.

Die Bauwirtschaft bleibt auf Grund ihrer robusten Geschäftsentwicklung ein wichtiger Motor der Konjunktur. Viele Betriebe profitieren vor allem von Aufträgen des Wohnungsbaus und von Bestandssanierungen. Die Baukapazitäten sind mit 82 % gut ausgelastet.  Der Anteil der Firmen mit guter Geschäftslage erreicht mit 79 % einen neuen Rekord (Frühjahr 74 %). Schlechte Beurteilungen der Geschäftslage wurden von keinem Unternehmen abgegeben (Frühjahr 5 %). Die Prognosen sind derzeit eher zurückhaltend, mit Blick auf den Winter geben sie nach. Dennoch dürfte im nächsten Jahr die Nachfrage nach Bauleistungen weitere Impulse geben, wobei vor allem mit Bestellungen des Öffentliche Baus und des Wirtschaftsbaus zu rechnen sein wird.

Die Stimmung im Handel hat gegenüber der letzten Umfrage wieder etwas angezogen, sowohl im Einzelhandel als auch im Großhandel. Dabei profitierte der Einzelhandel weiter von der stabilen Arbeitsmarktlage, Einkommenszuwächsen und niedrigen Zinsen. Der Großhandel konnte indessen an der positiven Entwicklung der Industrie und den Bauinvestitionen partizipieren. Insgesamt ist der Umsatz bei 43 % der Betriebe gestiegen (Frühjahr 30 %). Die positiven Lagemeldungen steigen auf 55 % (Frühjahr 51 %), die negativen Einschätzungen bleiben mit 9 % (Frühjahr 10 %) nahezu konstant. Die Erwartungen der Branche bleiben auf dem Niveau der Vorumfrage weiter optimistisch. 27 % erwarten bessere Geschäfte (Frühjahr 26 %). Genau wie im Frühjahr gehen 14 % gehen von einer Verschlechterung aus.

Eine robuste Geschäftsentwicklung sorgt in der Dienstleistungswirtschaft weiter für eine gute Stimmung. Die Auftrags- und Umsatzentwicklung konnte über den Sommer zulegen. Die besten Lagemeldungen kommen aus den Branchen Information/Kommunikation, Unternehmensservice und Immobilienwirtschaft. Insgesamt steigt der Anteil positiver Geschäftslagemeldungen mit 66 % gegenüber dem Frühjahr (60 %) nochmals an. Chancen werden in Investitionen in den Breitbandausbau und die zunehmende Digitalisierung gesehen. Ebenso dürften zahlreiche Branchen von der kräftigen Industriekonjunktur, der anhaltenden Bautätigkeit und den Ausgaben des Staates profitieren. Dennoch gibt die Prognosekurve etwas nach.

Die Geschäftslage im Verkehrsgewerbe stellt sich weiter solide dar. Förderlich wirken sich die anhaltende Baunachfrage, die anziehende Industriekonjunktur und der Online-Handel für die Lager und Paketlogistik aus. Dennoch weisen Umsätze und Erträge eine eher rückläufige Tendenz auf. Die Lagebewertung bleibt mit 52 % Positivmeldungen hinter dem Frühjahr zurück (56 %). Die Geschäftsprognosen, die im Frühjahr überaus optimistisch waren, geben derzeit nach und pendeln wieder auf das Niveau früherer Einschätzungen ein. So erwarten 13 % geschäftliche Verbesserungen (Frühjahr 28 %), der Anteil der Pessimisten verändert sich mit 11 % kaum (Frühjahr 10 %).

Nach zwei Jahren der Stagnation ist die Stimmung in der Tourismusbranche so gut wie lange nicht. 55 % der Betriebe sind mit ihrer Geschäftslage zufrieden (Frühjahr 38 %). Träger der positiven Entwicklung ist neben dem Beherbergungsgewerbe insbesondere die Gastronomie. Die positive Umsatzentwicklung spiegelt sich jedoch nicht in der Ertragssituation wider. Dennoch hat sich der Anteil der Betriebe mit einer negativen Geschäftsprognose von 21 % im Frühjahr auf jetzt 10 % reduziert.

Investition und Beschäftigung
Die Investitionsabsichten bleiben punktgenau auf Frühjahrsniveau, und kommen trotz guter Geschäfte und niedriger Zinsen nicht richtig in Schwung. 34 % der Unternehmen beabsichtigen die Erhöhung ihrer Investitionsausgaben, 33 % wollen sie reduzieren. Sollte der konjunkturelle Aufschwung anhalten und die Auslastung der Kapazitäten weiter zunehmen, dürfte sich auch das Investitionsengagement beleben. Allerdings müssten Investitionshemmnisse, wie die Höhe der Steuern und Abgaben, das Steuerrecht und die Arbeitskosten spürbar abgebaut werden.

Die Beschäftigungsentwicklung ist in den kommenden Monaten weiter auf Zuwachs ausgerichtet. Derzeit signalisieren nahezu alle Wirtschaftsbereiche, mit Ausnahme saisonal geprägter Branchen, einen erhöhten Fachkräftebedarf, der allerdings immer schwerer zu decken ist. Die Besetzung offener Stellen ist aktuell längerfristig (mehr als 2 Monate) in jeder zweiten befragten Firma nicht möglich. Insgesamt planen mit 29 % mehr als doppelt so viele Unternehmen Personal einzustellen, wie abzubauen (14 %).

Chancen und Risiken
Das größte Geschäftsrisiko bleibt für 61 % der Befragten (Herbst 2016: 54 %) der Mangel an Fachkräften. Die Entwicklung der Arbeitskosten (51 %) und die wirtschaftspolitische Rahmen-bedingungen (33 %) belegen die weiteren Plätze. Sorgen bereiten aber auch die zu geringe Investitionsneigung, die Breitbandanbindung, geopolitische Unsicherheiten, bürokratische Hürden und Hemmnisse sowie die demografische Entwicklung. Chancen sehen die Unternehmen in der Ausweitung der Investitionstätigkeit im wirtschaftlichen wie im öffentlichen Bereich, in der Digitalisierung und im Onlinegeschäft, im anhaltenden Bauboom sowie der Neukundengewinnung im In- und Ausland. Bedeutung kommt dabei unter anderem der Aufhebung der Sanktionen gegen Russland zu. Die Voraussetzungen für den privaten Konsum sind wegen der Entwicklung am Arbeitsmarkt weiterhin gut.

Ansprechpartner

Lars Fiehler
Telefon: 0351 2802-220
docID: D72870