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Sächsische Umweltpreise 2017 vergeben

Sieg für Dresdner Unternehmen hydrograv GmbH, KONSUM Dresden eG und grünerdüngen GmbH

Handel, Industrie, Umwelt, Umwelt- und Energiewirtschaft | 02.11.2017

Umweltminister Thomas Schmidt zeichnete am 28. Oktober die Preisträger des Sächsischen Umweltpreises aus und würdigte die wegweisenden Ideen zum Schutz von Natur und Umwelt. Eine Jury von Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Medien hatte aus 59 Bewerbungen sieben Preisträger ausgewählt.

Die hydrograv GmbH aus Dresden gewann in der Preiskategorie I "Umweltfreundliche Technologien und Produktionsverfahren". Während Strömungsoptimierungen aus dem Bereich der Automobilentwicklung oder der Luft- und Raumfahrt im Windkanal recht gut bekannt sind, stellen sie für die Planung und den Bau von Abwasseranlagen noch die Ausnahme dar. Die hydrograv GmbH simuliert die Strömungsoptimierung in Abwasseranlagen mit einem computergestützten Verfahren. Damit kann eine 20-prozentige Steigerung der Leistung erreicht werden. Klärbecken mit einem geringeren Durchmesser und damit einhergehend einem geringeren Energie- und Wasserverbrauch erhöhen die Effizienz der Anlagen entscheidend. Dadurch werden auch Investitionen für weitere Nachklärbecken und für neue Filteranlagen gespart. Der Praxistest ist bereits bestanden: Sechs Nachklärbecken der Kläranlage Dresden-Kaditz sind mit strömungsoptimierten höhenvariablen Einlaufbauwerken "hydrograv adapt" ausgerüstet worden. Diese reagieren flexibel auf Lastschwankungen der Abwassermenge und -verschmutzung. Dadurch wird die Elbe unterhalb von Dresden künftig pro Jahr um 6,5 Tonnen Phosphor entlastet, was der Umwelt zu Gute kommt. (Filmbeitrag)

In der Kategorie III "Umweltorientierte Unternehmensführung sowie innovative und kreative Leistungen im Umwelt- und Naturschutz" konnte sich die KONSUM DRESEN eG durchsetzen. In diesem Wettbewerbsprojekt werden Auszubildende von KONSUM zu Eco-Scouts. Die KONSUM DRESDEN eG ermutigt damit ihre Angestellten, sich bereits in der betrieblichen Ausbildung mit den Themen Nachhaltigkeit und umweltschonende Arbeitsweisen auseinanderzusetzen. In einer Aktionswoche brachten die Auszubildenden dem Kunden zum Beispiel umweltfreundliche Produkte wie Spülmittel ohne Tenside oder Nuss-Nugat-Creme ohne Palmöl sowie zahlreiche Produkte regionaler Hersteller näher. Die KONSUM DRESDEN eG ist seit 2016 EMAS-registriert und hat damit das anspruchsvollste Umweltmanagementsystem erfolgreich eingeführt. Auch die auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmenspolitik wird als Lehrstoff vermittelt. (Filmbeitrag)

Den Sieg in der Preiskategorie II "Umweltfreundliche Produkte" konnte die grünerdüngen GmbH für sich verbuchen. Das ehemalige Startup an der Gründungsschmiede der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden hat gemeinsam mit der Professur Ökologischer Landbau dieser Hochschule den ersten regionalen Bio-Dünger KleePura aus 100 Prozent Klee auf den Markt gebracht. Durch sogenannte Knöllchenbakterien, die sich an der Wurzel bilden, ist Klee in der Lage, Stickstoff zu fixieren und der Pflanze zur Verfügung zu stellen. Nach umfangreichen Testreihen über einen dreijährigen Zeitraum wurde das Wachstum von Versuchspflanzen untersucht, Bodenproben genommen und die Anreicherung von Kohlenstoff und Stickstoff auf verschiedenen Gemüsesorten wie Rote Bete und Spinat getestet. KleePura besitzt einen geringen Phosphorgehalt und schont dadurch das Grundwasser. Der Biodünger ist in Pelletform im Handel erhältlich und kann sogar von Kindern benutzt werden. (Filmbeitrag)

Weitere Preisträger sowie Informationen zum Sächsischen Umweltpreis finden Sie hier.

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