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Neue Berufszugangsvoraussetzungen für Makler und Verwalter

Dienstleistungen | 27.06.2017

Der Bundestag hat nun doch noch die neuen Berufszugangsvoraussetzungen für Verwalter und Makler verabschiedet. Dabei folgte er seinem Wirtschaftsausschuss, der zuvor für den in einigen wesentlichen Punkten geänderten Gesetzentwurf gestimmt hatte. So werden weder "Alte Hasen" des Geschäfts nachträglich, noch neue Anbieter vor ihrem Markteintritt ihre Sachkunde im Rahmen von Sachkundeprüfungen nachweisen müssen. Beide Berufsgruppen werden verpflichtet, sich alle drei Jahre mindestens 20 Stunden (ein Tag pro Jahr!) fortzubilden. Die Fortbildungsregelung trifft alle Makler und Verwalter sowie unmittelbar bei der erlaubnispflichtigen Tätigkeit mitwirkende beschäftigte Personen - unabhängig davon, wie lange sie ihrem Beruf schon nachgehen.

Da das Gesetz frühestens 2018 in Kraft treten wird, müssen die angesprochenen Personen erst ab 2021 ihre Fortbildungsverpflichtung nachweisen. Welche Weiterbildungen anerkannt werden, wird in einer Rechtsverordnung geregelt werden. Ein Verstoß gegen diese Verpflichtung soll mit einem Bußgeld von 5.000 Euro geahndet werden.

Für Immobilienmakler ändert sich in den Erlaubnisvoraussetzungen nichts. Sie müssen wie bisher keine Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Für sie gilt aber die genannte Weiterbildungspflicht 20 Stunden in drei Jahren.

Bereits tätige Immobilienverwalter (WEG- und Miet-Verwalter) müssen ab Inkrafttreten während der Übergangszeit von sieben Monaten eine Erlaubnis nach § 34c GewO beantragen. Diese wird nur erteilt, wenn der Gewerbetreibende zuverlässig ist, in geordneten Vermögensverhältnissen lebt und eine Berufshaftpflichtversicherung nachweist. Anstatt des Sachkundenachweises gilt hier ebenfalls die Fortbildungsverpflichtung, analog der Makler.

Makler und Immobilienverwalter werden zudem verpflichtet, Verbraucher über ihre absolvierten Fortbildungen zu informieren.

Branchenverbände haben sich bis zuletzt für den Sachkundenachweis eingesetzt. Übereinstimmend sehen die Verbände in dem Gesetz einen Anfang und "wir werden das dicke Brett ‚Sachkundenachweis‘ in der nächsten Legislaturperiode weiter bohren", so Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD abschließend. Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) begrüßt ebenfalls den nach langen Verhandlungen ausgearbeiteten Kompromiss, wird sich aber weiterhin für die Einführung eines Sachkundenachweises einsetzen.

Immobilienmakler des Kammerbezirkes Dresden sprachen sich mehrheitlich auch für die Einführung des Sachkundenachweises aus. Dies ergab eine Umfrage anlässlich des Immobilienmaklertages 2016 bei der IHK Dresden. Als Hauptgrund wurde damals neben der Verbesserung des Images der Branche auch die Hoffnung genannt, dass damit nicht jeder das Gewerbe anmelden darf, ohne vorher seine Fachkompetenz nachgewiesen hat.

Das beschlossene Gesetz muss noch vom Bundesrat am 22. September verabschiedet und im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Erst danach beginnt die Zeit bis zum Inkrafttreten (Datum des ersten Tages des zehnten auf die Verkündung folgenden Kalendermonats). Wir werden über das weitere Verfahren wieder informieren.

Ansprechpartner

Grit Lehmann
Telefon: 0351 2802-146
docID: D70046